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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Bor und seine Verbindungen.

Borax und dauert fort, bis die Temperatur der Flüssigkeit bis auf56° C. gesunken ist. Bei weiterer Abkühlung scheidet sich nur dergewöhnliche, d. h. zehnfach gewässerte Borax ah. Nach mehrstündigemKochen der Lösung soll sich bei dem nachherigen Erkalten eine grös-sere Quantität von octaedrischem Borax ausscheiden, selbst wenn dieTeihperatur etwas unter 56° C. sinkt. Zu der Fabrikation von ge-wöhnlichem oder prismatischem Borax stellt man sich verdiinntereLösungen von nur 20 bis 22° B. dar, lässt ebenfalls so langsam alsmöglich erkalten und sammelt die Krystallisationen, welche fallen,bevor die Flüssigkeit sich bis auf 27° C. abgekühlt hat; bei niedererTemperatur scheidet sich der Borax meist etwas gefärbt aus. Esresultirt hierbei nur das zehnfach gewässerte Salz. Eine möglichstlangsame Abkühlung ist zur Erzielung grosser Krystalle unumgänglichnothwendig, auch bekommen die Krystalle im anderen Falle leichtRisse, zerbröckeln und springen beim Gebrauch zum Lötken. NachSchwarzenberg J ) sollen grosse Krystalle nur dann erhalten werden,wenn die Boraxlösung etwas mehr Alkali enthält, als der Zusammen-setzung des Borax entspricht, weshalb man bei dem Umkrystallisirendieses Salzes 5 p. C., nach anderen Angaben 12 p. C. vom Gewichte des-selben an krystallisirter Soda hinzusetzt, wodurch zugleich in der un-reinen Verbindung etwa vorhandene alkalische Erden entfernt werden.

Die Darstellung von Borax aus Borsäure ist eine ungemein ein-fache Operation, so lange man es mit reiner Borsäure zu thun hat; manbraucht zu dem Ende nur kohlensaures Natrium und Borsäure zusammenin den durch die Zusammensetzung des Borax gegebenen Gewichtsver-hältnissen in heissem Wasser aufzulösen, bis die Lösung die erforder-liche Concentration erlangt hat, und bei dem darauf folgenden Krystal-lisirenlassen die oben angegebenen Vorsichtsmaassregeln zu beobachten.

Allein die rohe Borsäure des Handels ist weit davon entfernt, einchemisch reines Präparat zu sein, sie enthält noch namhafte Mengen vonSulfaten des Ammoniaks (8 p. C. und mehr) des.Magnesiums, Calciums,Natriums, zuweilen auch Chloride dieser Metalle etc. Diese unreine Säurewurde früher ausschliesslich auf nassem Wege durch Behandlung mitSoda in Borax umgewandelt. Das Verfahren, welches man anwendete, ist fol-gendes: 100 Thle. Borsäure erfordern 110 bis 120 Thle. krystallisirterSoda oder deren Aequivalent calcinirter Soda; man löst erst die Soda aufund trägt alsdann die Borsäure in Portionen von etwa 10 Pfd. ein. DieEinwirkung geschieht in einem Apparate, welcher gestattet, das mit derfreiwerdenden Kohlensäure aus den Ammoniaksalzen der rohen Bor-säure durch Soda gleichzeitig entwickelte Ammoniak in ein zweitesmit Salzsäure oder Schwefelsäure gefülltes Gefäss zu leiten, uin es als

B Philipp Schwarzenberg: Die Borsäure; Bolleys Technologie,Bd. II. Gr. I. 61.