Die Schwefelkohlenstoff inclustrie.
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gebührt nach Angaben Loui s D ieul afait’s *) Chaudelon undPer-roncel * 2 ). Noch früher hat Marquardt 3 ) in Bonn, nämlich seit 1850,die Fabrikation des Schwefelkohlenstoffs betrieben. Obgleich nun aberferner Deiss auch das ihm noch ausserdem irrthümlich zugeschriebeneVerdienst nicht hat,, den Schwefelkohlenstoff zuerst zum Extrahirenüberhaupt angewandt zu haben — denn vor ihm hat Fernand 4 * ) (fürMillon) am 17. Januar 1855 in Frankreich ein Verfahren patentirterhalten, Gerüche aus Pflanzentheilen mit Aether oder Schwefelkohlen-stoff zu extrahiren — so ist trotz alledem Deiss ganz unzweifelhaftderjenige gewesen, welcher für die Entfaltung der Schwefelkohlenstoff-industrie am meisten gethan hat.
Um sich Absatz für seine Waare zu verschaffen (1856 konnte erbereits täglich 500 Kg darstellen), macht Deiss die weitgehendstenVorschläge für die Verwerthung des Schwefelkohlenstoffs; er will ihnzum Extrahiren von Knochen, Oelsaaten, Wolle u. s. w. benutzen undschreitet auch gleich zur Verwirklichung dieser Pläne, indem er inFrankreich und England Patente nimmt.
1857 beginnt Seyfferth 6 ) in Braunschweig sich mit der Bereitungdes Schwefelkohlenstoffs zu beschäftigen; er erhält in Bayern ein Pa-tent auf Anwendung desselben, und versucht einige Jahre lang mitgrossem Eifer, ijjn zur Extraction von Oelfrüchten und selbst zumBetrieb von Dampfmaschinen zu benutzen. 1858 construiren Galyund Cazalat 6 ) ihren Apparat zur Bereitung des Schwefelkohlenstoffs.1859 fängt Boniere 7 ) an, Gewürze, als Pfeffer und dergleichen, mitSchwefelkohlenstoff zu extrahiren und beschreibt 1860 einen Apparatund ein Verfahren, den dazu nothwendigen Schwefelkohlenstoff voll-ständig zu reinigen. 1861 giebt Deiss die Beschreibung seines ver-besserten Apparats zur Darstellung des Schwefelkohlenstoffs und einesanderen zur Extraction von Oelsaaten, der sich aber unbrauchbar er-weist. 1862 erhält Löwenberg 8 ) ein Patent in Hannover auf einenExtractionsapparat. In demselben Jahre endlich beschreibt Gelis 9 )eine Methode, Blutlaugensalz mittelst Schwefelkohlenstoff darzustellen,indem er letzteren durch Ammoniak zunächst in Schwefelcyanammonium 10 )überführt (vergl. auch den folgenden Artikel: Cyanverbindungen).
') Louis Dieulafait, Monit. scientif. 1865, 298, welcher sich aufden weiter unten zu erwähnenden Process Deiss u. Deprat bezieht.
2 ) Payen, Precis de Cliim. Ind. 4 ed. 128. s ) Marquardt, Dingl.pol. J. CXLIX, 316. 4 ) Perrand, Pranz. Pat. 17. Jan. 1855. 6 ) Seyf-
-ferth, Bayer. Kunst-u. Gewerbe!]. 1857, 735; Hannov. Mitth. 1858, 25; Wagn.
Jahresber. 1858, 128 u. 1860, 447. 6 ) Galy u. Cazalat, Lond. Journ.
of arts 1858, 216; Wagn. Jahresber. 1858, 138. 7 ) Boniere, Gen. Ind.
1860, 174; Wagn. Jahresber. 1869, 175 u. 445. 8 ) Löwenberg, Wagn.
Jahresber. 1862, 519. °) Hofmann, Reports by the Juries, 1862, 62.
10 ) Vergl. auch Millon, Wagn. Jahresber. 1864, 254 u. Wood, Deutsche
Industriez. 1865, 428.
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