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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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244 Gruppe III. Chemische Industrie.

verändert, und dass dieses Verhalten mehrfach in der Technik benutztwird. Am häufigsten ist dies bei dem Kupfer der Fall, welches durcheinen Zusatz von Phosphor von 1'2 bis 1'5 p. C. (Phosphorbronze) zäher,härter, beim Schmelzen dünnflüssiger wird und auch äusseren Ein-flüssen, wie z. B. der Einwirkung von Seewasser, besser widersteht.Ein solches Blech verlor hierbei während 6 Monaten l'l58 p. C. anGewicht, während der Gewichtsverlust einer gleich grossen Plattevom besten englischen Kupfer in derselben Zeit 3'058 p. C. be-trug. In den Werken der Stephenson tube Company in Bir-mingham wird schon seit dem Jahre 1865 Phosphorbronze im Grossenerzeugt und werden daraus Röhren, Läufe für Feuerwaffen aller Art,grosse Walzen für den Kattundruck etc. angefertigt.

Grössere Mengen von Phosphor machen das Kupfer weiss und voll-kommen spröde. Weiche Rolle kleine Mengen Phosphors bei der Legirungmit Kupfer spielen, ist indess noch nicht ganz klar; möglich, dass, wie1)irmas meint, der Phosphor hauptsächlich auf die der Kupfermassebeigemengten Oxyde wirkt, welche, in Phosphormetalle umgewandelt,sich dann in der Masse vertheilen und diese homogener, daher fester,zäher und elastischer machen.

Auch die Phosphorbronze aus der F abrik von Georg Höpner & Co.in Iserlohn wird bereits zu Achsenlagern, Gewehrläufen, Blechen, Ge-wichten etc. in grosser Menge verarbeitet. (Hinsichtlich der Phosphor-bronze vergl. auch den Aufsatz über Kupfer in einem späteren Theiledieses Berichtes.)

Wenn phosphorsaures Kupfer, erhalten durch Fällen von Kupfer-vitriol mit phosphorsaurem Natron, mit Kohle gemengt einer starkenRothglühhitze ausgesetzt wird, so erhält man ein an Phosphor sehrreiches, weisses und sprödes Phosphorkupfer, mit Hilfe dessen manLegirungen von beliebigem Phosphorgeha.lt erzeugen kann; unstreitigdie beste Methode für die Erzielung solcher Legirungen.

Man hat-auch versucht, Phosphate den Glassätzen beizumengen,ohne jedoch einen besonderen Vortheil zu erreichen. Das Glas erhältdadurch eine gelbe Färbung *).

Von der stets im Steigen begriffenen Verwendung der natürlichenPhosphate zur Darstellung künstlicher Dünger wird an einer anderenStelle berichtet werden.

Verfasser ist es eine angenehme Pflicht hier noch schliesslich Hrn.Dr. Priwoznik, Chemiker am Hauptmünzamte, der bei der Jury alsExperte fungirte, für Mitwirkung bei Beschaffung des weithin zerstreutenMaterials, seinen besten Dank auszusprechen.

Wien, im Dec. 1873. A. v. S.

*) Pelouze, Ann. clrim. phys. [4] Y, 465.