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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Phosphor und Zündwaaren.

über 6000 Arbeiter, sowohl Männer als Weiber, beschäftigt. Die ver-schiedenartigen, mehr oder weniger zierlichen Schachteln aus Pappeerzeugt die Gesellschaft selbst; sie bedarf davon täglich 3 Millionen,welche einen jährlichen Verbrauch von wenigstens 2500 Tonnen Pappevon verschiedener Qualität erfordern. Ueber die Anzahl der Arbeiterfür die Erzeugung dieser Schächtelchen enthält der Bericht keine An-gaben, man kann jedoch nach sonst bekannten Daten annehmen, dasshierzu 12 000 Arbeiter beiderlei Geschlechts ausreichen, wozu noch dasfür die Verpackung und Versendung nothwendige Personal zu rechnenist, das wohl mindestens die Zahl von 200 Personen erreichen dürfte.

Die obigen Zahlen beziehen sich nur auf denVerbrauch in Frank-reich, aber es besteht noch daneben ein bedeutender überseeischerExport aus den französischen Fabriken und selbst eine Ausfuhr in dieLänder Europas 1 ). Die französischen Marken (Roche, Caussemille,Meiffreu) sind gesucht in La Plata, Buenos Ayres, Japan, Guatimala,Peru etc. Der Export beziffert sich beim Austritt mit 15 Mill. Frcs.jährlich; er bezieht sich ausschliesslich auf Wachszündhölzchen und aufrunde Zündhölzchen von Holz. Die Verkehrsziffer der Soeiete gene-rale ist also die folgende:

Einheimischer Verbrauch . . . . . . 65 000 000 Frcs.

Export. 15 000000

80 000 000 Frcs.

und sie verthfeilt sich wie folgt:

Verbrauchssteuer. 35 000 000 Frcs.

Exportsteuer. 1 800 000

Nachlass für die Verkäufer. 13 000 000

Erzeugungskosten und Gewinn .... 30 200 000

80 000 000 Frcs.

Schliesslich ist noch anzuführen, dass Coignet pere et filsinnerhalb der Vitrine der Compagnie generale Zündhölzchen mitamorphem Phosphor in der Reibfläche ausgestellt hatten.

In wenigen Ländern hat die Fabrikation von Zündhölzchen ähn-liche Dimensionen angenommen und ist noch fortwährend in ähnlicherWeiterentwickelung begriffen wie in Schweden. Die schwedischenZündhölzchen sind in allen civilisirten Ländern gekannt und so ge-schätzt, dass man es sogar nicht mehr verschmäht, nachgeahmte Fa-brikate als schwedische auszugeben. Die Ausfuhr, welche im Jahre1865 nur 1 114677 Kg und 1870 2 896 398 Kg betrug, stieg 1871

*) Bei der entschieden untergeordneten Qualität der französischen Waaregegen die in Deutschland, Oesterreich, Schweden etc. erzeugte dürfte derAbsatz in die übrigen europäischen Länder wenigstens im Augenblick nurein geringer sein. (A. v. S.)