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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

muss concentrirtere Schwefelsäure angewendet werden, und für Salpeter-säure von T50 bis 1'53 Vol.-Gew. (48 bis 50° B.), die fast dem reinenMonobydrat entspricht, gebraucht man getrockneten Chilisalpeter undSchwefelsäure von 1'85 Yol.-Gew. (66°B.).

Als Zersetzungsapparate werden gewöhnlich liegende gusseiserneCylinder angewendet, die so eingemauert sind, dass sie möglichst gleich-förmig von den heissen Feuergasen umspült werden. In einigen Fabrikenhat man die obere Hälfte des Cylinders durch Ausmauern mit Back-steinen oder einen Mantel von gebranntem Thon gegen das Anfressendes Eisens durch die Salpetersäure schützen wollen; diese Vorrichtungist jedoch unnöthig, wenn das Eisen so heiss gehalten wird, dass sichkeine Salpetersäure darauf verdichten kann, ja sie wirkt eher nach-theilig, weil die poröse Thonmasse schwächer erhitzt wird und desshalbleicht etwas Salpetersäure zurückhält, welche dann beim Erkalten desCylinders das Eisen angreift. Die beiden Grundflächen des Cylinderssind dem Feuer nicht ausgesetzt und werden daher am besten durchPlatten von Sandstein geschlossen, welche mit einer Mischung vonEisenfeile, Salmiak, Schwefel und lässig eingekittet werden. DieserKitt erhärtet rasch und widersteht der Wirkung der Säure und Wärmesehr gut. Die vordere Sandsteinplatte hat in der oberen Hälfte eineOeffnung, die zum Einfüllen des Chilisalpeters dient und mit einem mitThon zu dichtenden Steinstöpsel geschlossen werden kann. Der Stein-stöpsel enthält noch eine kleine Oeffnung, durch welche, nachdem derganze Apparat fertig zusammengestellt ist, die Schwefelsäure mittelsteines Bleirohres eingelassen wird. Am unteren Theil des Gusseisen-cylinders ist auf der vorderen Seite eine Nase angegossen, welche eine8 cm weite Durchbohrung hat, durch die nach beendeter Umsetzungdas flüssige Natriumsulfat ausfliesst; während der Operation ist dieOeffnung durch einen mit Thon gedichteten Stöpsel von Gusseisen ge-schlossen. Die hintere Sandsteinplatte trägt eine Durchbohrung zurAufnahme eines Thonrohres, durch welches das Innere des Cylindersmit einer Serie von Krügen aus Steinzeug in Verbindung steht, dieals Condensationsgefässe dienen; die nicht condensirten Gase werdennoch in einen Cokethurm geleitet, wo sie einem herabfallenden Wasser-regen begegnen, der die letzten Reste der Salpetersäure verdichtet unddie vorhandene Untersalpetersäure bei Gegenwart von Luft in Salpeter-säure umwandelt. Die zur Condensation angewendeten Steinzeugkrüge( Bonbonnes ) haben gewöhnlich dieselbe Form wie die, welche bei derSalzsäure gebraucht werden, mit zwei weiten Oeffnungen zur Aufnahmeder Verbindungsröhren und einer engeren zum Abziehen der Säure.

Devers und Plisson 1 ) haben die Form dieser Condensations-

Phil. Schwarzenberg, Salpetersäure in Bolleys Technologie,II, 1. 2, 304, Braunschw. 1865.