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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Fabrikation der Schwefelsäure.

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etwa 1'7 Vol.-Gew. unten aus. Dieser ausgezeichnete Concentrations-apparat hat sich auch in Frankreich und Deutschland rasch Eingangverschafft und giebt überall sehr gute Betriebsresultate. Durch diedirecte Einwirkung der heissen Ofengase auf die Schwefelsäure, wiesie im Glover-Thurm stattfindet, ist eine starke Verdampfung möglich,die schwefligsauren Dämpfe gelangen abgekühlt in die Kammer, dieim Thurm verdampfte Schwefelsäure wird in der Kammer aufgefangenund, da der gleichzeitig entweichende Wasser dampf gleichfalls in dieBleikammer gelangt, so wird auch an Wasserdampf gespart. Es istmitunter vorgekommen, dass man den Glover-Thurm mit einem Mate-rial angefüllt hat, welches von der heissen Schwefelsäure so starkangegriffen wurde, dass der Apparat vollständig sich verstopfte undaufhörte zu functioniren. Ein anderer Uehelstand, den die Anwen-dung des Gloversehen Systems mit sich führt, besteht darin, dasskeine genügenden Vorkehrungen zum Auffangen des Flugstauhesangebracht werden können, weil die Gase auf ihrem Wege durch die-selben zu sehr abgekühlt werden. So gelangt denn der Flugstaub bisin die Säure, welche auf diese Weise eisenhaltig wird. Zur Fabrikationvon gewöhnlichem Sulfat, das auf Soda weiter verarbeitet werden sollzur Darstellung von Superphosphaten und vielen anderen Productenist die im Gloversehen Thurm concentrirte Säure vollkommen tauglich,weniger aber zur Gewinnung einer Säure für den Verkauf oder zurBereitung von Sulfat, welches für die Fabrikation von weissem Glaseverwendet werden soll.

Im Glover-Thurm lässt sich neben der Concentration der Kammer-säure gleichzeitig auch die Denitrification der Schwefelsäure aus denGay-Lussacschen Apparaten sehr gut bewerkstelligen, wie dies schonoben (Seite 178) des Näheren erwähnt worden ist.

Was die Concentration der Schwefelsäure von 60° B. auf 66° B.betrifft, so wird dieselbe an manchen Orten in Glasgefässen, in denmeisten Fabriken aber in Platinapparaten ausgeführt. Dem Verfassersind keine genaueren Angaben über die Kosten an Glas, Kohle undArbeitslohn bekannt geworden, welche die Concentration in Glasgefässenfür die Gewichtseinheit Schwefelsäure von 1'840 Vol.-Gew. berechnet,verursacht; nach Mittheilungen englischer Fabrikanten, die ihm zuGebote stehen, sind aber diese Kosten erheblich höher als bei der Con-centration in Plätingefässen 1 ). Man hat zwar auch Versuche gemacht,in Glasretorten continuirlieh einzudampfen, indessen dürften die Platin-apparate gleichwohl günstigere Betriebsresultate liefern. Scheurer-Kestner 2 ) giebt den Verlust an Platin für eine Tonne Schwefelsäureauf 2 g an. In einem Schreiben an A. W. Hofmann bezeichnet

*) Vergl. die Anmerkung auf Seite 188. 2 ) S cheur er-K es tn er,

Compt. rend. LXXIV, 1286.