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Chlor, Brom, Jod, Fluor.
dieser Kette von Umbildungen Natronhydrat gewonnen wird. Trotzder versprochenen Rentabilität dieser Proeesse hat sich keiner derselbenEingang in die Praxis verschaffen können.
Als interessante Thatsache rufe man sich übrigens ins Gedächtnisszurück, dass auf der Pariser Ausstellung im Jahre 1867 durch T es siedu Motay grosse Quantitäten von Kieselfluornatrium, Kieselfluorbarium,Soda und Aetznatron, als Producte ausgestellt waren, welcheder Anwendung im Grossen gewonnenen Fluorsiliciums und Kiesel-fluorwasserstoffs ihre Entstehung verdankten. Der zu diesem Behufedienende Siliciumfluorwasserstoff war mit Zugrundelegung der Beob-achtungen von Bredberg (1829) und Berthier (1835) nach einemvon F. Bothe 1 ) im Detail ausgearbeiten Verfahren durch Einschmelzenvon Kieselsäure, Flussspath und Kohle in einem Hohofen und Auffangendes in den Gichtgasen enthaltenen Fluorsiliciums in "Wasser dargestelltworden 2 ).
In neuester Zeit endlich haben Christy und Bobrownicki 3 ) inEngland ein Patent auf die Gewinnung von Ammoniak aus ammoniaka-lischen Wassern mittelst Kieselfluorwasserstoffs genommen. Sie fällenaus diesen Wassern mittelst Kieselflusssäure das Ammoniak und zer-setzen den Niederschlag ohne Anwendung von Wärme durch Aetzkalk.Ob diesem Versuche, eine Siliciumverbindung in der chemischen Gross-industrie zur Anwendung zu bringen, ein besseres Schicksal bestimmtsein wird als allen vorhergehenden, mag der Erfolg in späterer Zeitlehren. Jedenfalls wird dem letzterwähnten Vorschläge seit 5 bis 6Jahren zum ersten Mal wieder in der technisch - chemischen LiteraturErwähnung des Fluors gethan.
Die Anwendungen der Fluorverbindungen scheinen in der Thatvon einem eigenen Unstern bedroht zu sein. Selbst die Verwerthungder Flusssäure als Aetzmittel für Glas, welche vor Concurrenz bishersicher schien, dürfte in neuester Zeit in Folge einer amerikanischenErfindung bedeutende Einschränkungen erfahren. B. C. Tilghmann 4 )bedient sich nämlich zum Aetzen sowohl von Glas als irgend welchemspröden Material eines mit Heftigkeit auf die Fläche des betreffendenGegenstandes geschleuderten Sandstrahles. Demselben wird die Ge-schwindigkeit entweder durch bewegte Luft, oder, namentlich im Fallbedeutendere Wirkungen erzielt werden sollen, durch einen Dampfstrahlertheilt. Letzterer durchströmt eine Hülse von etwa 10 mm Bohrung,in deren Achse sich das etwa 3 - 7 mm weite Sandzuführungsrohr be-
i) Bothe, Wagn. Jaliresber. 1868, 265. 2 ) Ausführlicheres über Ver-
suche, die Kieselfluorwasserstoffsäure der Industrie dienstbar zu machen, istin dem Artikel Kieselsäureverbindungen mitgetheilt. s ) Ber. Chem. Ges.
1873, 1322. 4 ) B. C. Tilghmann, Das Sandblasverfahren zum Schneiden
harter Körper. Vergl. diesen Bericht Bd. II. S- 145.