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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

von der Wandfläche ab. Den Raum zwischen den Doppelwänden inmehrere Abtheilungen zu trennen, die abwechselnd leer bleiben undmit einem schlechten Wärmeleiter gefüllt werden, wie zuweilen em-pfohlen wird, ist durchaus irrationell, kostspieliger und weniger wirk-sam wie eine durchaus gefüllte breite Abtheilung, da Luft, wennauch an sich der schlechteste Wärmeleiter, doch sobald sie sich ineinem Raume frei bewegen kann, in Folge der Temperaturdifferenz dieWärme von einer wärmeren auf eine kältere Wandfläche ziemlich raschüberträgt. Es wird zuweilen empfohlen und auch praktisch ver-sucht, eine schlechte Eisgrube dadurch zu verbessern, dass man einigeSäcke Salz auf das Eis wirft. Verfasser hat nachgewiesen 1 ), dass diesein sehr irrationelles Verfahren ist, indem es, wenn sich auch für dasGefühl der Eindruck der Kälte steigert, doch nur ausser dem Salzverbrauchauch noch einen besonderen Aufwand an Eis verursacht, da in Folgeder eintretenden grösseren Temperaturdifferenz der Zufluss von Wärmein die Grube beschleunigt wird.

Die Aufbewahrung des Eises ist nun nicht nur im Grossen vonWichtigkeit, um dasselbe, nachdem es die kalte Jahreszeit geliefert, inder warmen dem Consum übergeben zu können, sondern auch imKleinen, im Haushalt, um mit demselben die gewünschten Wirkungenzu erzielen. Die Speisen sollen kalt gestellt und damit vor dem Ver-derben geschützt, das Eis soll auch direct zum Kühlen benutzt werden.Man wendet zu dem Zwecke geschlossene Kasten an, die man Eis-schränke nennt, oder Eiskisten, wenn sie allein zur Aufnahme des Eisesdienen sollen. Die Theorie derselben ist von dem Verfasser 2 ) ein-gehend entwickelt worden. Die Eisschränke stellen einen Schrank mitdoppelter Wandung dar, Zwischenraum mit Spreu oder Häcksel aus-gefüllt, das Innere mit Zinkblech sorgfältig ausgefüttert. Häufig istder Abstand der Doppelwände viel zu gering. Hach den Erfahrungendes Verfassers sollte man nicht unter 10 cm ganze Breite der Doppel-wand herabgehen, wenn man das Eis vor raschem Schmelzen schützenund eine möglichst niedrige Temperatur (4° C.) im Innern des Schrankeshalten will. Auch ist es zweckmässiger, statt wie in der Regel ineiner seitlichen Abtheilung bis zum Boden, das Eis in das ganze obereDrittel des Behälters einzulegen, so dass die unteren zwei Drittel fürdie Speisen u. s. w. bleiben; man richtet dann die ganze Deckelplatte zumOeffnen ein. In diesem Falle kann man das Eis stets leicht in Stückenherausnehmen und wird der ganze untere Raum gleichmässig kalterhalten, während bei seitlicher Füllung, wenn das Eis bereits nieder-geschmolzen ist, nur der untere Theil des Kastens bis zur Höhe desEises stark gekühlt wird.

!) Bad. Gewerbez. 1868, 74. 2 ) Bad. Gewerbez. 1868, 65 und 1869,

11 u. 16.