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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Ueber Trinkwasser.

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Die Proben wurden an einem klaren sonnigen Tage gegen EndeMai genommen, zu einer Zeit, in welcher die Entwickelung des aqua-tischen Lebens ihren Höhepunkt erreicht hatte. Die in obiger Tabelleverzeichneten analytischen Ergebnisse zeigen, dass selbst unter so gün-stigen Bedingungen die Verminderung der Menge organischer Materieausserordentlich klein war, so klein in der That, dass selbst angenom-men, sie erfolge in demselben Verhältnisse bei Tag und bei Nacht, beiSonnenschein und bei bedecktem Himmel, ein Fliessen von 70 Meilennöthig sein würde, um die in der Themse bei ihrer Vereinigung mitdem Kennet vorhandene organische Materie zu zerstören. Wirwissenaber, dass die Entfernung der organischen Materie im Schatten weitlangsamer erfolgt und in der Nacht fast aufhört, und die Annahme, eswerde sich der Fluss auf einem 70 Meilen langen Lauf der organischenMaterie vollständig entäussern, würde daher eine ganz unbegründetesein. Die Menge der aufgeschwemmten Mineralsubstanzen erfuhr inden ruhigeren Strecken des Stromes zwischen Beading und Shiplakeeine beträchtliche Verminderung, allein die suspendirte leichtere or-ganische Materie schlug sich nicht in entsprechendem Maasse nieder,insofern die Analyse im Gegentheil eine kleine Steigerung ihrer Mengekund gab.

Um diese Frage noch eingehender und unter Bedingungen zu er-forschen, welche die wegen der Veränderlichkeit der Zusammensetzungdes Flusswassers zu verschiedenen Tageszeiten den Versuchen anhaf-tende Unsicherheit ausschliessen, wurde 1 Vol. filtrirten Londoner Siel-wassers mit 9 Vol. Wasser gemischt. Bei der Analyse ergab es sich,dass 100 000 Thle der Mischung 0'264 Thle organischen Kohlenstoffsund 0081 Thle organischen Stickstoffs enthielten. Die Mischungwurde tüchtig durchgeschüttelt und dann Tag für Tag der Einwirkungder Luft und des Lichtes ausgesetzt, indem man'sie mittelst einesHebers aus einem Gefäss in ein anderes in dünnem Strahle einen Raumvon 1 m durchfallen liess. Nach 96 Stunden waren in 100 000 Thlnnoch 0'250 Thle organischen Kohlenstoffs und 0'058 Thle organischenStickstoffs vorhanden, und selbst nach 192 Stunden enthielt die unzer-setzte organische Materie noch 0'200 Thle organischen Kohlenstoffsund 0'054 Thle organischen Stickstoffs. Die Lufttemperatur währendder Versuche war etwa 20°. Diese Ergebnisse bezeichnen annähernddie Veränderung, welche ein mit 10 p.C. Sielwasser verunreinigterStrom durch einen Lauf von beziehungsweise 96 und 192 Meilen, beieiner Geschwindigkeit von einer Meile die Stunde erfahren würde.Diese Veränderung lässt sich in folgender Weise ausdrücken.