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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Für die Bestimmung des organischen Stickstoffs £hat man eineviel einfachere Methode in Vorschlag gebracht. Sie gründet sich aufdie bemerkenswerthe Umwandlung, welche Albumin und einige (andereorganische Substanzen bei lange fortgesetztem Kochen mit einer alka-lischen Lösung von Kaliumpermanganat erfahren, wobei der Stickstoffganz oder theilweise in Ammoniak übergeht. Leider ist diese Um-wandlung selten oder niemals vollständig; ebenso ist das Verhältnissdes entwickelten Stickstoffs zu dem Gesammtgehalte für verschiedeneClassen organischer Substanzen, wie z. B. für Strychnin, Narcotin undChinin, ein wechselndes. Für die verschiedenen Gattungen organischerMaterie, welche im Trinkwasser und in anderem Wasser vorhandensind, hat man gefunden, dass der entwickelte Stickstoff zwischen derHälfte und weniger als einem Achtel des Gesammtgehaltes schwankt.Es scheint daher, dass diese Methode keine zuverlässigen Ergebnisseliefert; überdies trägt sie dem organischen Kohlenstoffe keine Rech-nung, dessen Bestimmung nicht minder wichtig ist, als die des organi-schen Stickstoffs.

Von den obenangeführten neuen Methoden für die Bestimmungdes in Form von Nitraten und Nitriten vorhandenen Stickstoffs gründetsich die erste auf die Umwandlung des Stickstoffs dieser Salze in Stickoxyd.Zu dem Ende wird der feste Rückstand, welcher beim Verdampfeneines halben Liters Wasser (behufs Bestimmung des Gesammtgehaltes anfesten Bestandtheilen) erhalten wird, mit einer kleinen Menge destillirtenWassers übergossen und zur Ueberführung der Chloride in Sulfate miteinem kleinen Ueberschusse von Silbersulfat behandelt. Das filtrirteWasser wird bis zum Volum von wenigen cbcm eingedampft. Man ver-mischt es mit dem gleichen Volum concentrirter Schwefelsäure, umes alsdann in einer geeigneten Glasröhre heftig mit Quecksilber zuschütteln. In drei bis fünf Minuten ist die Reaction vollendet, so dassdas entwickelte Stickoxyd nur noch über Quecksilber in eine Messröhregebracht zu werden braucht, um gemessen zu werden. Da das Volumdes eingedampften Wassers ein halbes Liter betrug, das Stickoxyd abergerade das doppelte Volum des in ihm enthaltenen Stickstoffs einnimmt,so giebt das abgelesene Stickstoffvolum das Volum Stickstoff an, wel-ches in der Form von Nitriten und Nitraten in einem Liter Wasser ent-halten ist. Aus diesen Daten lässt sich die Gewichtsmenge Stickstoffin dieser Form für 100 000 Thle Wasser mit Leichtigkeit berechnen Q.Durch die Gegenwart organischer Materie im Wasser wird die Genauig-keit dieser Methode nicht beeinträchtigt, wohl aber ist das Vorhanden-sein einer sehr grossen Menge von festen Bestandtheilen hinderlich,wie sie im Meerwasser oder in Mineralwassern vorkommt. In diesenFällen ist daher dieses Verfahren nicht anwendbar.

a ) E. Frankl and u. II. E. Armstrong, Chem. Soc. J. XXI, 101.