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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

kaum den fünfzigsten Theil der zu der vollständigen Oxydation der-selben der Rechnung nach erforderlichen Menge Sauerstoff aufnahmen.Auf der anderen Seite absorbirt das Mineralsalz Natriumnitrit, immergleiche Gewichte vorausgesetzt, weit schneller und energischer Sauerstoffals alle oben untersuchten organischen Substanzen.

Die vor 1864 angewendeten Methoden für die Bestimmung des inder Form von Nitraten und Nitriten vorhandenen Stickstoffs warenumständlich und unzuverlässig.

Erst zu Anfang des Jahres 1867 wurden erfolgreiche Versuchegemacht, diese unerfreuliche Fehlerquelle aus der Analyse des Trink-wassers zu beseitigen. Zu jener Zeit begann man Verfahrungs-weisen auszubilden, welche gestatten, einerseits die Hauptelementeder organischen Materie, den Kohlenstoff und den Stickstoff quantitativzu bestimmen, andererseits aber die Menge des in der Form von Ni-traten auftretenden Stickstoffs auf eine einfache und sichere Weise zuermitteln. Das erstere Verfahren besteht darin, 1 1. Wasser, dem man15 cbcm einer gesättigten Lösung von schwefliger Säure zugesetzt hat,in einer Glasschale abzudampfen. Die schweflige Säure zersetzt sowohldie Carbonate als auch die Nitrate und Nitrite, in dem einen Falle Kohlen-säure, im anderen Stickstoff entwickelnd. Der Rückstand wird sorg-fältig aus der Glasschale entfernt, mit Kupferoxyd gemischt und in demVacuum einer Verbrennungsröhre verbrannt, aus welcher vermittelsteiner Sprengelschen Quecksilberpumpe die durch Verbrennung ent-standenen Gase einem geeigneten, über der Quecksilberwanne befestigtenGefässe zugeführt werden. Auf diese Weise wird eine Mischung vonKohlensäure und Stickstoff erhalten, aus deren Analyse sich die Quan-titätenorganischen Kohlenstoffs undorganischen Stickstoffs ableitenlassen, welche in dem Wasserrückstande enthalten sind. Die Zuver-lässigkeit der mit Hilfe dieses Verfahrens gewonnenen Ergebnisse istvon einigen Vorsichtsmaassregeln abhängig, welche genau eingehaltenwerden müssen 1 ). Die Handhabung der Apparate ist nicht ganz ein-fach und bedarf daher eines sorgfältig geschulten Experimentators.Allein wenn diesen Bedingungen Genüge geleistet ist, so liefert dasVerfahren wie eine siebenjährige, mehrere Tausende von Wasserana-lysen umfassende Erfahrung gelehrt hat Ergebnisse, welche allenpraktischen Anforderungen genügen. So führt die Untersuchung einesWassers, welches für 100 000 Thle einen Zusatz von 1'957 ThlnOhininsulfat erhalten hatte, zu folgenden Zahlen:

J ) E. Frankland und H. E. Armstrong, Chem. Soc. J. XXI, 77 ; vergl.auch Sutt,on, Yoliunetr. Analysis, 255.