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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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W asserstoff.

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Schinz Q bezweifelt den industriellen Erfolg dieses Verfahrens wegendes Aufwandes an Brennmaterial, während er berechnet, dass die Zer-setzung von Wasser mittelst Kohle ein doppelt so wohlfeiles Leuchtmate-rial gieht als Steinkohlengas. Auch hierbei scheint jedoch, wie sichbald ergeben wird, die Abnutzung des Apparates unberücksichtigt ge-blieben zu sein.

Fragen wir zunächst, wie der auf die eine oder die andere Weisegewonnene Wasserstoff leuchtend gemacht wird, so treffen wir zweiwesentlich verschiedene Methoden an. Die erste derselben beruht aufVermengung des Wassergases mit Kohlenwasserstoffen. Selligue be-nutzte bereits 1834 2 ) zu Paris die durch Destillation des bituminösenMergelschiefers von Autun gewonnenen Oele, um das Wassergas mitleuchtenden Kohlenwasserstoffgasen zu sättigen. White führte späterdas Wassergas durch Retorten, in welchen Harz oder Kohle in Leuchtgasverwandelt wurde, und sein Verfahren ward 1851 von Frankland 3 )sorgfältig geprüft, der einen darüber erstatteten sehr lobenden Berichtmit allgemeinen Sätzen schliesst, von welchen folgende die wesentlichstensein dürften:

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1.Die Gasproduction aus gegebenen Gewichtsmengen gewöhn-licher Steinkohle oder Cannelkohle wird je nach der Qualitätdes angewandten Materials um 46 bis 290 p. C. vermehrt;

2. die Leuchtkraft desselben wächst um 12 bis 108 p. C., um somehr, wenn man Steinkohlen anwendet, welche Gase von hoherLeuchtkraft erzeugen;

3. die Qualität des zurückbleibenden Theers nimmt ab, indem einTheil desselben in Gase von starker Leuchtkraft verwandelt wird.

Zu bemerken ist, dassTheer damals den Werth nicht hatte, welchendie fortschreitende Industrie ihm seither verschafft hat.

Das White'sehe Verfahren findet sich mit geringen Modificationenunter verschiedenen Namen wieder. AlsSysteme Leprince 11 (Gasmixte Leprince) ward dasselbe von industriellen Anstalten in Lüttich,von der Stadt Mastricht und einigen Anstalten der Vieille MontagneinVerviers eingeführt und von Verver 1848 in seiner oben angeführtenAbhandlung kritisch beschrieben. Vier Jahre später arbeiteten Bal-danus undGrüne ein ähnliches Verfahren aus 4 * * ), für welches Schafferund Walcker in Preussen ein Patent erhielten. Ihr Verfahren bestehtdarin, Wasserdampf durch Retorten zu leiten, in welchen Schieferkohle,Torf und andere Brennstoffe zur Rothgluth erhitzt werden. Es unter-scheidet sich also von Whites Process dadurch, dass die Erzeugungdes Wasserstoffs und seine Carburirung in derselben Retorte vor sich

4 ) Scliinz, Dingl. pol. J. CII, 388. 2 ) Dumas, Handbuch der Chemie

H VII. 3 ) Frankland, Ann. Chem. Pharm. LXXXII, 48. 4 ) Journal für

Gasbeleuchtung 1862, 63.