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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

und aufs Dringlichste zum Beginnen gründlicher, eingehender Versucheüber diesen Gegenstand mahnen.“

Aber auch für die grössten Zweige der Metallurgie, für die Ge-winnung des Eisens und Stahls haben gewiegte Techniker dem Sauerstoff-gas, seitdem es wohlfeil geworden, auf das Wärmste das Wort geredet.

Cameron 1 ) mahnt, Sauerstoff oder sauerstoffreiche Luft, wie sieaus Mailet’s Absorptionscylindern hervorgeht, statt gewöhnlicherGebläseluft für Eisenhochöfen zu benutzen und hier ist es wohl am Platze,daran' zu erinnern, dass die Absorption des Sauerstoffes in Wasser be-reits unwillkürlich, wenn auch in verbesserungsfähiger Weise für diesenZweck benutzt worden ist. Br. Kerl 2 ) hat darauf aufmerksam gemacht,dass die Luft aus Wassertrommelgebläsen sanerstoffreicher ist, als ge-wöhnliche Luft. Auch ist bereits bemerkt worden, dass abgelagerteHolzkohlen energischer verbrennen als frische, weil erstere aus der LuftSauerstoff absorbiren, und dass dieses Verhalten beim Frischen desRoheisens auf Herden in günstiger Weise zur Geltung kommt 3 ).

Kupp elwieser 4 ) empfiehlt sauerstoffreiche Luft zum Bessemernvon weissem Roheisen, und er hält dafür, dass der Preis des Tessiedu Mo tay ’sehen Verfahrens nicht bedeutend reducirt zu werden brauche,um der Anwendung des Sauerstoffs für diesen Zweck Eingang zu ver-schaffen. Eine grosse Zukunft scheint sich hier der Verwerthung desSauerstoffs zu eröffnen! Dennoch darf der Einwand le Blanc’s 5 ) nichtunberücksichtigt bleiben, wonach die zu erhöhende Feuerbeständigkeitder Hilfsmaterialien den ökonomischen Vortheil in Frage stellen werde.

Von den metallurgischen wenden wir uns den Beleuchtungszweckendes Sauerstoffs zu. Seitdem Drummond 6 ) 1826 sein Hy drooxygenlichterfand und es für Landmessungen und Leuchtthürme anwendete, wirdNiemand an dem Werth des Sauerstoffs für diesen Zweck gezweifelthaben. Mit dem fallenden Preise des Sauerstoffs verbreitete sich seineAnwendung. Amerika zumal ging hier mit gutem Beispiel voran.

Nicht nur für Leuchtthürme, Signale, Häuserbauten, sondern auchfür Wasserbauten und für verschiedene Verwerthungen der Laternamagica fand H. Vogel 7 8 ) im Jahre 1870 zu New-York den Sauerstoffin glücklicher Weise verwendet. Die Wasserbauten der damals in Aus-führung begriffenen grossen Brooklyn-Brücke über den East river wurdendurch 12 Hydrooxygenlampen erleuchtet, die täglich bis zu2000Cubik-fuss s ) Sauerstoff verzehrten. Statt der Kalkspitzen wurden mit grossemVortheil die haltbareren Zirconkeg’el angewendet, und auch in Paris strahl-

7 ) Cameron, Berg- u. Hüttenm.-Zeitung. 1871, 132. 2 ) Br. Kerl,

Grundriss der Hüttenkunde, I, 217. 3 ) J. pr. Chem. CI, 397, Berg-werksfreund, III, 513. 4 ) Kuppelwieser, Berg- u. Hüttenm.-Zeitung.

1873, 354. 6 ) Le Blanc, Journ. f. Gasbel. 1872, 641. 6 ) Drunnnond, On

the means of facilitating tlie Observation of distant stations in geodeticaloperations. Phil. Trans. 1826. 7 ) H. Vogel, Ber. Chem. Ges. III, 901.

8 ) In V o g e 1 ’ s Bericht ist irrthümlich Cubikmeter gedruckt.