202 Sauerstoff und Schwefel.
Luft ;uführt, und sie dann in Verbindung läßt, wodurchSchwefelsäure gebildet wird. Das Theilchen Salpeter-gas vereinigt sich hierauf mit einem anderen TheilchenSanersioff, welches sie einem zweiten Atomen schwefiich-ter Saure zuführt, und so fort, bis das Ganze oxydirtist. So wirkt demnach die salpetrichte Saure gleichsamwie ein Gahrungsmittel, und ohne sie würde keineSchwefelsäure gebildet werden können.
Die Theorie von der Bildung der Schwefelsäurescheint so klar dargethan zuGseyn, daß sie kaum einesVersuches zu ihrer Bestätigung zu bedürfen scheint. Sieläßt sich jedoch durch einen höchst eleganten, direktenVersuch auf eine sehr leichte Art darthun. Man fülleroo Maaß schwefiichte Säure in eine trockene Röhreüber Quecksilber, setze hiezu go Maaß Sauerstoffgas undlasse alsdann io bis 20 Maaß Salpetergas zu dem Ge,menge treten. In wenigen Sekunden belegt sich die in-nere Fläche der Röhre, mit einem Anfluge von krystalli-nischem Ansehen, welcher dem Reife ähnelt, und das Ge-menge wird auf ^ oder seines ursprünglichen Volu-mens zurückgebracht. Läßt man hierauf einen TropfenWasser zutreten, so wird die krystallinische Substanzschnell aufgelößt. Die Verbindung mit dem Wasser istvon bedeutender Erhitzung begleitet. Die Gasarten ver-lieren gänzlich ihre Elasticität, bis auf einen kleinenRückstand, welcher aus Stickgas und Salpetcrgas be-stehet. Wird die Röhre hierauf ausgewaschen, so schmecktdas Wasser stark sauer, hat aber keinen Geruch nachschweflichter Säure.
Es ist klar, daß in diesem Versuche das Salpeter-