Druckschrift 
2 (1813)
Entstehung
Seite
185
Einzelbild herunterladen
 

Kohlensäure. i85

beträgt sie ungefähr des Ganzen. Ihre Gegen-wart entdeckt man leicht durch Kalkwasser/ auf welchemsich fast augenblicklich ein Häutchen bildet.

Durch das Athmen der Thiere wird dieses Gas un-ablässig erzeugt; ungefähr 4 Proceckt der von dem Men-schen ausgeathmeten Luft sind gewöhnlich Kohlensäure,und die eingeathmete atmosphärische Luft verliert dasselbeQuantum Sauerstoffgas.

Das Wasser absorbirt genau ein ihm gleiches Quan-tum kohlcnsaures Gas; das heißt, die Dichte des Gasim Wasser nach dem Schütteln, ist dieselbe wie dieDichte des auf die Oberfläche des Wassees drückendenGas, und die Elasticität des Gas im Wasser ist unver.mindert. Das fo imprägnirte Wasser hat den Geschmackund andere Eigenschaften einer Säure. Dieses Gasist das Produkt der Gährung, und giebt gegohrnen Flüs-sigkeiten den die Zunge reizenden Geschmack und die Ei-genschaft zu perlen; allein sie entweicht bald aus denFlüssigkeiten, wenn sie der Luft ausgesetzt werden-

Die Kohlensäure verbindet sich mit den Alkalien,Erden und metallischen Oxyden, und bildet damit Salze,welche kohlensaure Salze genannt worden sind.Schüttelt man Kalkwasser mit irgend einem Gas, wel-ches Kohlensäure enthält, so wird es milchicht; diesesrührt von der Bildung der kohlensauren Kalkerde her,welche in Wasser unauflöslich ist. Das Kalkwasser istdemnach ein vorzügliches Reagens, um die Gegenwartder Kohlensäure zu entdecken.

Die Zusammensetzung dieses Gas ist sowohl durchSynthesis als Analysis dargethan worden; man erreicht