Vittorio Alfieri und die Gräfin von Albany. 437
heilen mit ihrem Manne völlig geregelt sind, mit ihr für denWinter nach Paris zu gehn, um dann im Mai hieher zurück-zukehren. Paris ist für mich der unleidlichste aller Orte, undich würde Prato oder Solle, ja Buonconvento vorziehen, aberdas geliebte Wesen verschönert Alles und nur um ihretwillengehe ich." Und dann im December von Paris aus, wo erin einiger Entfernung von der Dame lebte, „ aus Schicklich-keitsgründen": ,,Die Stadt hat mir nie gefallen. Es ist nundas sünftemal im Verlauf von achtzehn Jahren daß ich hierbin, und immer macht sie mir denselben Eindruck, und wärees nicht um der Signora willen, so bliebe ich auch nicht einenTag hier, denn ich würde, hinge es von mir ab, Poggibonzioder Staggia vorziehen. Doch kommt's jetzt nicht darauf an— ich bin hier und ziehe mich aus der Affäre wie's ebengeht, stehe spät auf, laufe nach rechts und links, denke nicht,schreibe nicht, arbeite nichts."
Ungeachtet solcher Abneigung gegen die Stadt und dessenwas er seiner Mutter geschrieben, die er nicht Wiedersehnsollte, vermochten erst die Stürme der Revolution ihn unddie Gräfin von Albany, welche gleich ihm einen ansehnlichenTheil ihres Einkommens durch die Umwälzung einbüßte, imJahre 1792 zur Rückkehr nach dem Süden.
»Zum zehntenmal Hab' nun ich überstiegenDie Alpen — möchte es das letzte sein!
Die Sonne senkt sich. Möchte mein GebeinZur Rast einst in Italiens Boden liegen!"