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Kleine historische Schriften
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Die letzten Stuart,

Schücking,im vollsten Glanze ihrer Schönheit. Von Ge-stalt war sie etwas mehr als von mittlerer Größe und festem,obgleich nicht übermäßig starkem Körperbau. In ihren körper-lichen Bewegungen war ebensoviel Anstand als Grazie. Ihrereichen lichtbraunen Haare flössen beinahe bis zum Bodenhinab. Blaue Augen sprachen Liebe und Sanftmuth aus,ein schöngeformter Mund bedeckte die schönsten elfenbeinweißenganz gleich geformten Zähne. Auf der feinsten und glattestenHaut der Wangen und des Gesichtes hatte der früher erlitteneGram keine Rosen zurückgelassen. Hände und Füße warenwohlgeformt, und Gang und Gebehrde anmuthig und maje-stätisch. Die Stimme war etwas mehr laut und tief alsweibliche Stimmen höherer Stände gewöhnlich sind. DieseFürstin tanzte, sang, spielte Harfe und Klavier, und ritt ingrößerer Vollkommenheit als Frauen ihres Rangs gewöhnlichthun. Ihr Benehmen war im Öffentlichen mehr ernst alsfröhlich, und obschon sie die Gabe der Conversation in einemsehr hohen Grade besaß, so konnte man sie in der allgemeinenUnterhaltung doch nicht redselig nennen; aber gegen jedermannwar sie freundlich, gegen Arme wohlthätig und großmüthig.Man mußte sie kennen um sie lieben zu lernen; dann aberwar man ihr auch auf immer ergeben."

Nach beinahe sechs Decennien seit jener Villeggiatur ent-warf der Freiherr von Laßberg, der im März 1855 sünfund-achtzigjährig starb, dies Porträt, das vortheilhasteste von allendie uns von der Gräfin von Albanh geblieben sind. War esähnlich haben, wie es oft geschieht, Länge der Zeit undReiz der Jugenderinnerungen die Farben, statt sie abzu-schwächen, lebendiger und zugleich zarter auftragen lassen, wiesie die Augen aus Braun in Blau verwandelt haben? Esmag dahingestellt bleiben. Der Contrast aber ist groß fürdie welche in der Gallerie der Uffizien das Gemälde FrancoisLavier Fabre's anschauen, welches den Pendant zu dem schöner«Porträt Alfieri's bildet. Heute sind vielleicht nur noch einPaar Personen am Leben von denen, welche die Wittwe desPrätendenten persönlich gekannt haben. Aber zur Zeit als das im