IV.
Wenn Carl Eduards letzte Jahre weniger traurig warenals die vorausgegangenen, so war es wesentlich das Verdienstder Tochter. Sie versöhnte ihn nicht nur mit dem Bruder,sie bewirkte auch einen vollständigen Wechsel in seiner Lebens-weise. Er verfiel nicht wieder in die Trunksucht, die ihn solange beherrscht und auf sein unseliges eheliches Verhältniß soschlimm eingewirkt hatte. Er begann wieder Gesellschaft beisich zu sehn. Am 3. Mai wurde die Herzogin von Albanyin Pisa der Großherzogin Gemalin Leopolds, Marie Luisevon Bourbon-Spanien, durch die Oberhosmeisterin Herzoginvon Atri-Acquaviva vorgestellt. Um dieselbe Zeit lernte sieder französische Rechtsgelehrte und Literat Mercier Dupatykennen, der in seinen im Jahre 1788 kurz vor seinem Tode,bald nach Carl Eduards Ableben erschienenen, einst vielgelesenen„lottres snr l'Italiö" ein anziehendes Bild von ihr, ein mehrdenn gewöhnlich vortheilhaftes von dem „durch Alter, Krank-heit und Unglück, vor allem durch die Last des Namens Stuartgebeugten" Greise entwirft, „der es nicht vergessen konnte,daß seine Vorfahren geherrscht haben".
„Reichte Herzensgüte hin, um einen ererbten Thron wieder-zuerobern, so würde die Tochter ihn bald einnehmen, denn sieist die Güte selbst, jene Güte, die nicht der Verstand eingiebt,die aus dem Herzen fließt, die sich in Anmuth kleidet, Herzenfesselt, Verehrung gewinnt, die so viel Tugenden voraussetztund nicht einmal eine zu sein scheint."
Die Correspondenz zwischen der Herzogin und dem Car-dinal war sehr fleißig, aber sie gewährt sehr geringes Jnter-
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