im Regiment Royal Allemand in der Revolutionszeit. 389
Prinzen (der Brüder des Königs) eingetreten. Sie hattenuns autorisirt, Fahne und Militärcasse mitzunehmen, undalles ist in Sicherheit. Ich kann nicht ausdrücken, was wirgelitten haben. Seit einem Monat sind wir in anhaltenderBewegung. Aber an Lohn hat es uns nicht gefehlt. VorTrier kamen tausend französische Offiziere (die Marschallin vonBroglie war bei ihnen) uns mit Karren voll Lebensmittelnund Wein entgegen, und der Ruf: ,Vivo Io RoMmWä!' erscholl auf allen Seiten. Überall kommt man unsmit Lobsprüchen und Freundlichkeit entgegen." Am 22. Junischrieb er von Trier aus an seinen Verwalter: „Gegen Mittenächsten Monats werden wir mit dem preußischen Heere beiCoblenz vereinigt sein, um in drei Armeen, mit etwa 240,000Mann, in Frankreich einzurücken. Der Gedanke, mit denPreußen und mit ihrem König ins Feld zu ziehen, macht mirgroße Freude. Ich werde an dem schönsten aller Schauspieletheilnehmen, die seit Jahrhunderten gesehen worden sind.Die französischen Demokraten haben bisher in allen Ge-fechten den Kürzeren gezogen, und so wird's weiter gehen.Am 11. d. M. ist de Guyon, ihr bester General, geblieben."An diesem Tage war doch Lafahette, der sich mit Luckner indas Commando der gegen Belgien operirenden Streitkräftetheilte, bei Maubeuge gegen die Östreicher nicht unglücklichgewesen.
Am 28. desselben Monats schrieb er, gewissermaßen umdie beträchtlichen Auslagen seines Militärlebens zu rechtfertigen:„Gelingt, wie es allen Anschein hat, die Contrerevolution,so bin ich, so zu sagen, gewiß, im nächsten Jahr Capitän undin ein paar Jahren Major zu werden. Gelingt sie nicht, soverlasse ich den Kriegsdienst und brauche mich nicht mehr insolche Ausgaben zu stürzen. Ich werde die Ehre gehabt haben,zu dienen, wie es einem Edelmann ziemt, und zwar im aus-gezeichnetsten Corps von Europa. Die Prinzen haben unseinen Obersten zur Complimentirung gesandt. In ihremSchreiben heißt es unter anderm: Die Tage von Paris undVarennes werden aus den Tafeln der Geschichte Frankreichs