im Regiment Royal Allemand in der Revolutionszeit. 387
samte in Marseille, leidend, mit häuslichen Einrichtungen fürdas der Großmutter Marquise d'Ollieres anvertraute Kindbeschäftigt. Am 16. April 1791 meldete er nach Cortona:alle beurlaubten Offiziere hätten Befehl erhalten zu ihrenRegimentern zurückzukehren; und er begebe sich binnen zweiTagen zu dem seinigen, welches in Stenah nahe der luxem-burgischen Grenze stand. In der Frühe des 22. Juni eilteer von Stenah mit dem Regiment, zwischen fünf und sechs-hundert Reitern, in scharfem Trab nach Varennes. An derSpitze des Royal Allemand galoppirte der Marquis vonBouillö, zu spät aus dem unseligen Wirrsal von Mißverständ-nissen und Sorglosigkeit aufgeschreckt, welche sich bei der FluchtLudwig's XVI. in fabelhafter Weise gehäuft und die Kata-strophe herbeigeführt haben. Am Flüßchen Aire wurden dieReiter von Flintenschüssen empfangen; die Brücke war nichtzu passiren, die königliche Familie befand sich seit einer Stundeauf ihrem traurigen Rückwege. Das Regiment war treu bisaus den letzten Mann, aber Bouillö's anfängliche Absicht, diePassage zu erzwingen und dem König nachzujagen, wäre, ab-gesehen von der ringsumher steigenden Bewegung, schon wegender Ermüdung der Truppe unausführbar gewesen.
Es war, wie Baldelli erzählte, ein trauriger Rückmarsch.Bouillö blieb nichts übrig als sich über die nahe Grenze zuflüchten. Das Regiment, dem man nicht vorwerfen konnte,nach den Befehlen der Chefs gehandelt zu haben, blieb miß-liebig und verdächtig. Es wurde nach Lunöville verlegt undvertauschte seinen Namen mit dem des 15. Cavallerieregiments.Baldelli, obgleich seit mehren Jahren im Dienst, bezog keinenSold; die altfranzösische Militärverfassung brachte es mit sich,daß die höheren Chargen, reich besoldet, häufig nach Gunstverliehen wurden oder auch durch Kauf übergingen, hingegeneine Menge der Offiziere niederer Grade ohne Löhnung diente.Diese erhielten denn auch leicht und oft Urlaub. So wares mit unserem Toscaner der Fall. Im Herbst 1791 besuchteer Mutter und Angehörige, und kehrte im Januar folgendenJahres durch die Lombardei und Schweiz nach Lothringen