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Kleine historische Schriften
Entstehung
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383
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Ein ital. Edelmann im Reg. Royal Allemand in der Revolutionszeit. 383

welcher letztere im Jahre 1769 in Cortona starb, in dierömischen Kreise eingeführt worden, in denen er ganz heimischwurde, und deren nicht selten scharfen Witz und vielseitige In-teressen er bewahrte. Wie er, noch ein jüngerer Mann, inRom das Leben Pompeo Batoni's schrieb, welcher Mengs'nicht verächtlicher Nebenbuhler war, so veröffentlichte er inspäten Jahren eine Biographie Luigi Lanzi's, die zugleich einmit geschickter Hand gemachtes Compendium seiner Werkebildete. Er war der tägliche Gesellschafter des alten krankenMannes, welchem, wie groß immerhin die Mängel seiner heutebeiseite gelegten Geschichte der Malerei sein mögen, das nichtgeringe Verdienst nicht zu bestreiten ist: der erste gewesen zusein, der den kolossalen Stoff bewältigt und gesichtet und einWerk geliefert hat, welches beinahe ein halbes Jahrhundertlang, so zu sagen allein in seinem Fache gestanden ist. GinoCapponi, der, noch ein Jüngling, Lanzi zu besuchen Pflegte,erzählte, wie dieser sich immer nach Boni's Erscheinen sehnte,welcher die ganze Gesellschaft erheiterte. Zu solcher Erheite-rung hat denn auch wol die glänzende Schilderung von an-geblich großartigen etruskischen und römischen auf der kleinentoscanischen Insel Giannutri entdeckten Alterthümern gedient,die von Onofrio Boni herrührt, welcher mehre Jahre nachLanzi's Tode, kurz vor seinem eigenen, dessen nachgelasseneSchriften herausgab.

Die kleineren toscanischen Städte bewahrten in GiovanBatista Baldelli's Jugendzeit zum Theil eine Bedeutung undbesondere Physiognomie, die sie in unseren nivellirenden Tagen,mit Ausnahme von Pisa und Siena (Livorno war immer suiAknoris, und Lucca war eine Hauptstadt) verloren haben.Cortona hat sich im vorigen Jahrhundert durch seine ^oeu-äowia Mrusog,, deren Diplom Winkelmann so hoch hielt, einenNamen gemacht und bewahrte lange wissenschaftliche Cultur.Der junge Baldelli ist aber schon früh den heimischen Lehr-anstalten entfremdet worden. Sechzehnjährig erlangte er eineCommende des Mediceischen Stephansordens, welcher eben da-mals, da Großherzog Leopold I. sich mit den Barbaresken und