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Kleine historische Schriften
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380 König Gustav III. von Schweden in Aachen

widerwärtigen Belästigungen denen er so in deutschen wie inholländischen Städten seitens des Janhagels blosgestellt war,hatten in ihm die Vorstellung erzeugt, es handle sich um einewider ihn ins Werk gesetzte Conspiration. In sich steigerndergeistiger Umnachtung, die jedoch mehr eine drückende Melan-cholie als Irrsinn war, starb er zu St. Gallen, wo er dieletzten Jahre zubrachte, am 7. Februar 1837, ohne ostensibleBeziehungen zu dem Carlsruher Hose, wo seine Tochter Sophie(seine Gemalin Friederike, Prinzessin von Baden, war schon1826 gestorben) mit dem Großherzog Leopold vermält warund wo man ihn nie aus den Augen verlor. Er stand nachneunundzwanzigjährigem Exil im neunundfünfzigsten Lebensjahre.

Auf dem Wiener Congreß hatte er das Thronrecht seinesim Jahre 1799 geborenen Sohnes Gustav geltend zu machengesucht, aber keine Antwort auf seine Reclamation erhalten. Erstand im Alter von 31 Jahren als er vom Throne seiner Ahnengestoßen ward. Daß man damals nicht an die Möglichkeitglaubte, ihn selber, wie man ihn in den dreizehn Regierungs-jahren erkannt hatte, ohne äußerste Gefährdung des Wohls jader Existenz des von Gegnern umstellten Reiches an der Spitzelassen zu können, mag angenommen werden; daß die Reichs-stände unter dem Einflüsse seines unnatürlichen Oheims, denSohn der Nachfolge verlustig erklärten, war Revolution. Daßder Vertriebene von dem neuen König und seiner Regierungnachmals nichts vernehmen noch annehmen wollte, macht ihmEhre. In Schweden, dem Lande der Factionen und Um-wälzungen, hat sich aber noch einmal eine Regung zu Gunstender alten Dynastie kundgegeben. Nachdem Carl XIII. imJahre 1818 gestorben, Carl XIV. Johann, der immer Fran-zose blieb, im reifen Alter (er war vierundfünfzig Jahre alt)den Thron bestiegen, hat man seitens vornehmer Männer sichin Deutschland nach dem vormaligen Kronprinzen umgesehen,deni die officielle Welt seinen alten Titel verweigerte, und dersich nun nach dem Ahnherrn seines schicksalreichen Hausesnannte. Die über ihn eingezogenen Informationen, in Bezugauf seine Fähigkeiten und Haltung, scheinen nicht günstig ge-