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Kleine historische Schriften
Entstehung
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369
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in den Jahren 1780 Und 1791.

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Die beabsichtigte Campagne gegen Frankreich blos dem Be-dürfnis Geld zu machen, zuschreiben zu wollen, ist ein will-kürliches Verkennen der Gesinnung und der politischen An-schauungen des Königs, deren Zeugnisse manche Jahre hindurchnicht mangeln. Daß die Finanznoth drängte, daß das BeispielGustav Adolf's und seines deutschen Krieges seinem Nachfolgervorschwebte, hat dieser selbst gestanden. Wenn aber sein Brudervon Sudermanland schrieb, die Hoffnung inmitten der fran-zösischen Confusion mit dem Säbel Gold zu machen, sei dasMotiv zu der beabsichtigten Expedition gewesen, so kennzeichnetdies die gehässige Gesinnung des Mannes die sich später nurzu sehr documentirt hat.

Eine andere Frage ist, ob Gustav's III. politische undmilitärische Berechnungen einen nur einigermaßen sichern Bo-den hatten, oder ob er den Namen eines politischen DonQuixote verdiente, welchen Katharina II. und sein OheimPrinz Heinrich ihm um die Wette gaben. Daß er sich inBezug auf die wahre Gesinnung Katharinens täuschte, zurZeit als er auf ihre Unterstützung namentlich baute, ist wahr.Nach dem Frieden von Varelae warnte ihn Stasl, sich auf diealte Feindin und neue Freundin zu sehr zu verlassen.Aussicherer Quelle vernehme ich", schrieb er im October 1790,daß die Kaiserin von Rußland ungeachtet ihres äußerlichfreundlichen Verhaltens gegen Ew. Majestät weit davon ent-fernt ist vergessen zu haben, daß ihre Pläne zuerst von Ihnendurchkreuzt worden sind, und daß sie gegen Ew. M. dieselbeBegierde nach Rache nährt, wie der deutsche Kaiser gegenden König von Preußen." Wie geringen Anklang Fersen'svertrauliche Besprechungen bei Kaiser Leopold und seinenMinistern fanden, haben wir gesehen. Ob die deutschenMächte, als sie im Jahre 1792 sich zum Kampfe gegen dieRevolution entschlossen, dem Könige von Schweden, wäre ernoch unter den Lebenden gewesen, die oberste Führung einesgemeinsamen Unternehmens anvertraut haben würden, wonacher strebte, ist äußerst zweifelhaft.

Wie eine grausame Ironie des Schicksals ist es aber, daß

v. Reumont, Al. hist. Schriften. 24