352 König Gustav III. von Schweden in Aachen
Nothwendigkeit, ihn, den König, kräftig zu unterstützen, umeine starke Position zu nehmen und auf solche Weise even-tuellen Plänen anderer Mächte, Englands, Preußens und Ost-reichs in den Weg zu treten, welche im Fall einer durch dieWaffen besagter Allianz in Frankreich geförderten Contre-Revolution, aus den Gedanken kommen könnten, vom Unglückdieses Landes, zum Zweck eigener Vergrößerung, Vortheil zuziehen und so die Machtverhältnisse Europa's zu ändern. Am16. sandte er gleicherweise ein Memoire nach Spanien, in wel-chem er seine Veranstaltungen zum Zweck der Wiederherstellungder königlichen Autorität in Frankreich, seine Unterhandlungenmit deutschen Fürsten inbetreff von Werbungen, seine Bereit-schaft zur Equipirung eines zur See zu sendenden Corps von10,000 Mann auseinandersetzte und Subsidien beanspruchte,um das Unternehmen zu ermöglichen. An demselben Tagerichtete Monsieur von Schönbornlust aus ein Schreiben anden König, worin er ihm für Zuschrift, Verhaltungsmaßregelnfür Baron Staöl, Bemühungen für seine Angehörigen dankte.„Herr von BouM war am Sonntag hier. Wir, GrafArtois und ich, haben zwei Unterredungen mit ihm gehabt;in der ersten stimmten wir nicht ganz überein, in der zweitenwar er weit ruhiger, und ich denke, wir können zufrieden sein.Er muß noch in Aachen sein, wohin er sich von hier begebenhat, und ich zweifle nicht, daß er Ew. Majestät seine Auf-wartung zu machen sucht, was mir Freude machen würde, daich nicht zweifle, daß eine Viertelstunde Unterredung mit Der-selben aus ihn mehr wirken wird als zwei Stunden mituns."
Am 14. Juli hatte Gustav an Armfelt, durch dessen nachHause zurückkehrenden Bruder, einen vertraulichen Brief ge-sandt, in welchem er sich über den Zusammenhang der Ange-legenheiten im eignen Lande mit den Bewegungen in Frank-reich ausließ. „So lange die Jacobiner existiren, können Sieversichert sein, daß man auf nichts rechnen darf, ausgenommenauf deren nach allen Richtungen hin destructive Bestrebungen.Ich muß zuerst die Restauration in Frankreich wünschen, um