Druckschrift 
Kleine historische Schriften
Entstehung
Seite
338
Einzelbild herunterladen
 

338 König Gustav III. von Schweden in Aachen

Denkwürdigkeiten lange Jahre nachher erzählte, den erstenZeichenunterricht erhielt. Seltsamerweise hat der fleißige Mannnie Perspective gelernt, und seine sorgfältigen Blätter mußtenvon dem Heidelberger Professor Leger für den Stecher um-gearbeitet werden.

Man kann sich vorstellen, daß die Ankunft des schwedischenMonarchen unter all diesen ängstlich harrenden vornehmenGästen die freudigste Erregung hervorbrachte. Sie mag alsglückliches Omen sehnlich herbeigewünschter Dinge betrachtetworden sein. Am zweiten Tage nach seinem Eintreffen,16. Juni, schrieb der König an Gustav Moritz FreiherrnArmfelt, der seit dem russischen Kriege immer mehr in seinemVertrauen gestiegen und damals Gouverneur von Stockholmwar (derselbe, welchen der Haß des Herzogs von Südcrman-land nachmals in russischen Dienst trieb): Nach allerlei Reise-abenteuern, mein guter Freund, bin ich endlich Dienstag um4 Uhr früh hier angelangt, ungefähr wie ein irrender Rittermit Mantel und Degen, fast allein und auf meine Redlichkeitbauend, auf alle Ereignisse gefaßt. Während ich diesen ent-gegenschaue, bin ich am Jugendquell, um mich zu verjüngen.Ich habe viele meiner Bekannten angetroffen, die Herzoginvon Croh und die Prinzessinnen von Solre (Croh), jungeliebenswürdige Damen, alle erlauchten Exilirten des franzö-sischen Hofes, welche, Männer wie Frauen, die angenehmsteGesellschaft bilden. Ein Glück, um die Langeweile Aachenszu bannen, wo alle Vergnügungen vergangener Zeiten aus-gehört haben, und das entsetzliche Wetter die Traurigkeit nochsteigert. Regen und Kälte erinnern an Ende März. Franzö-sische Comödie giebt es nicht mehr, sondern nur deutsche, wovonich gestern ein ziemlich schlechtes Pröbchen gesehen habe. Diekomische Oper soll besser sein."

Von demselben Tage ist ein Brief an den Grafen Oxen-stjerna, dem er seine durchdie scheußlichen Straßen in Deutsch-land" verzögerte Ankunft meldet und dann fortfährt:Heutehabe ich den Gebrauch der Bäder begonnen ich befindemich wohl, abgesehen von meinen gewohnten Quälereien. sEs