Es ist begreiflich, daß der politische und militärische Verfall,in welchem Venedig sich in den letzten Zeiten befand, auf dieZustände der Inseln unvorteilhaft einwirken mußte. Ein nurzu anschauliches Bild derselben bietet der Bericht, welchenAngelo Memo (Memmo), General-Proveditor über das See-wesen, beim Rücktritt von seinem dreijährigen Amte am 28 . No-vember 1794 erstattete. Er hatte dies Amt angetreten, währendauf dem Festlande, namentlich in Morea, die Pest wüthete,der russisch-türkische Krieg See und Küsten umso unsicherermachte, da das Corsarenhandwerk, diese alte Plage der grie-chischen Gewässer, dabei wie gewöhnlich im Flor stand. Fran-zösische Fregatten mehrten die Unbehaglichkeit, wegen der „ Ver-änderung des politischen Systems in Frankreich", wie derVenetianer sich behutsam ausdrückt, während er die weise Neu-tralität seiner eignen Regierung preist und den „ gegenwärtigenZustand vollkommenen Friedens" rühmt. Dieser Friede ließihm eine Beschränkung der Ausgaben für das Seewesen rathsamerscheinen, nachdem die ganze venetianische Seemacht im Adria-tischen Meer vereinigt worden war. Was aber war damals dieKriegsmarine der einst die östlichen Meere beherrschendenRepublik! Im Jahre 1784 brachte Angelo Emo, der vonAugust von Plalen im ,, alten Gondelier" besungene General-Commandant der Kriegsmarine, der von keinem als vomSenate abhängig war, Tunis zur Vernunft, — es wardie letzte That der Armada, die bald den allgemeinen Ver-fall theilte. Emo's Nachfolger und letzter Commandant zur
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