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Kleine historische Schriften
Entstehung
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unter venetianischer Herrschaft.

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seit der Schließung des Großen Raths in Venedig selbst sah.Bei verschiedenen Anlässen wurden übrigens die Pforten desionischen Adelstandes den wohlhabenden Bürgern ebenso ge-öffnet wie die der venetianischen Aristokratie, und zum Theilaus denselben Gründen. Wie nach dem Kriege von Chioggiaund dem Kampf um Candia viele Familien so der StadtVenedig wie des Gebietes der höchsten politischen Rechte theil-haft wurden, so in Corfu nach den Verheerungen der türkischenBelagerung von 1537 und bei späteren Vorfällen. Im Jahre1786, also kurz vor dem Ende der venetianischen Herrschaft,wurde dann durch den General-Proveditor Niccolö Erizzo einedurchgreifende Reform vorgenommen, zum Zweck, das Gleich-gewicht herzustcllen und dem stets erneuten Hader ein Ziel zusetzen. Die Zahl der Mitglieder des Raths wurde auf sechzigherabgesetzt, deren Namen durchs Loos gezogen wurden. Beider jährlichen Constituirung dieses Raths erschienen alle erstemBeamten, die Syndiken, Richter, Censoren, Proveditoren desGesundheitsamtes; des Proviantwesens u. s. w. und alle Edel-leute von mehr denn vierzig Jahren, welche im Rufe vonKenntnissen und Tüchtigkeit standen. Alle diese waren in demangedeuteten Maße wählbar. Belief sich die Zahl der an-wesenden Wahlfähigen auf nicht über sechzig, so fand keineZiehung statt, und sie constituirten von selbst den engern Rath.Zwölf der angesehensten und wohlhabendsten Bürgerfamilienwurden dem zusammengeschmolzenen Adel zugctheilt mit derBesugniß für andere, unter gleichen Bedingungen einzutreten.

Die gesammte innere Verwaltung der Inseln wechselte mitjedem Jahre ihr Personal. Dies Personal war zahlreich,und die Ämter theilten sich in besoldete und Ehren-Stellen.Der häufige Wechsel hatte sowol den Zweck, die Verwaltungnicht von Persönlichkeiten abhängig werden zu lassen, wie einemöglichst große Zahl von Bürgern in den Staatsdienst einzu-weihen, was bekanntlich auch im venetianischen System lag.An der Spitze des Munizipalwesens von Corfu standen dieSyndiken, erst vier, nämlich zwei Griechen und zwei Lateiner,dann drei und nach Willkür aus beiden Nationalitäten gewählt,