Druckschrift 
Kleine historische Schriften
Entstehung
Seite
213
Einzelbild herunterladen
 

Thronentsagung und Ende.

213

Ihr habt mir den Eid geleistet, bevor Ihr meinem Sohne ge-schworen", fiel Victor Amadeus ein. Man hat mir inderthat vor-geschlagen die Regierung wieder in die Hand zu nehmen, aber ichwürde nie eine so schlimme Handlung gegen meinen Sohn begangenhaben. Ich weiß nicht warum man so gegen mich verfährt."

Ich gehe nicht in diese Geheimnisse ein", erwiderte derGraf.Ich habe nur zu gehorchen und flehe Ew. Majestätnochmals an nicht länger zu zaudern." Die Antwort warnochmalige Erklärung, er werde das Bette nicht verlassen.Dann verlangte er man solle seine Frau wieder zu ihm lassenund ihm seinen Arzt senden, worauf er ihnen folgen werdewohin sie wollten.Sire", sagte La Perouse,Sie werdenGemalin und Arzt finden, aber im Namen Gottes, lassen Sieuns gehn. Da Sie mich zu reden nöthigen, so vernehmen Sie tausend Mann Truppen umsckließen das Castell." Als erdarauf entgegnete, hunderttausend würden ihn nicht eiuschüchtern,fiel der Graf ein, er sehe wohl, daß hier eines von zweiDingen erfolgen müsse. Entweder verfüge Seine Majestät sichsich freiwillig in eine andere Wohnung, oder Er werde gezwungengehn.Nein", rief der König,ich gehe nicht, und ich werdesehn ob Ihr es wagt bis zur äußersten Grenze des Verbrechenszu gehn, und an meine geheiligte Person Hand zu legen."

Als La Perouse einsah, daß Alles vergeblich war, betheuerteer nochmals die Nothwendigkeit in welche der Widerstand desKönigs ihn versetzte, und zu den Offizieren gewandt sprach erlaut: Treten Sie näher, meine Herren, lassen Sie uns demuns ertheilten Befehl gehorchen und Seine Majestät in dieandern Zimmer tragen." Die Offiziere hoben Victor Amadeusauf und trugen ihn in den gegenüberliegenden Pavillon. BevorLa Perouse das Zimmer verließ in welchem der schmerzlicheAuftritt stattgefunden hatte, befahl er dem Cavaliere di Cin-sano, dasselbe zu bewachen bis der Marchese d'Ormea, der sichim Schlosse befand, eingetroffen sein würde. Dieser kam undließ die sämmtlichen Schriftsachen durch den ihn begleitendenPrivatsecretär des Königs, de Caroli, in Verwahrsam nehmen,ohne sie selber anzurühren. Unter diesen Papieren befand sich der