Thronentsagung und Ende.
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Lei dieser gewaltsamen Scene und den halbverständlichenDrohungen. Carl Emanuel, die Lage erkennend, sagte keinWort. Aber in seine Gemächer zurückgekehrt, umgeben vonder weinenden Königin, von den bestürzten Seinigen, im Be-wußtsein dessen, was er der Majestät der Krone schuldig war,vielleicht auch um Schlimmerem vorzubeugen, beschloß er nochin derselben Nacht ohne Abschied abzureisen. Am 22. Augusttraf er unerwartet in Turin ein. Zwei Tage später folgteihm die Königin.
Victor Amadeus verließ bald darauf Chambery. Von derMarchesa di Spigno begleitet, reiste er in kurzen Tagereisen,düster, augenscheinlich von tausend Gedanken bewegt. Auch dieMarquise war unruhig, sie konnte die Wichtigkeit des Momentsnicht verkennen. Als sie die Höhe des Mont Cenis erreichthatten, wandte sich Victor Amadeus, wie Einer, der im Be-griffe steht den Würfel zu werfen, zu seiner Begleiterin mitden Worten: „Soll ich umwenden oder weitersahren?" DieAngeredete schwieg. „Saget, Marchesa, soll ich umwenden?"wiederholte der König. Keine Antwort. „Beim lebendigenGott, antwortet!" ries er, „was soll ich thun?" „Sire",erwiderte sie, „an Ew. Majestät ist's, zu befehlen, ich wageEuch keinen Rath zu geben."
Der König warf sich tief zurück in den Wagen, der denAbhang des Berges hinunterzurollen begann.
Carl Emanuel, als er von der Abreise des Vaters hörte,sandte ihm einen seiner Kammerherren entgegen, seine Befehlezu vernehmen. Victor Amadeus erwiderte, er werde mit demKönige zu Moncalieri reden. Am 26. August traf er dortein und empfing am nämlichen Tage den Besuch seines Sohnes.Anfangs war er ruhig, bald aber ereiferte er sich auf's neue,brach in Vorwürfe aus, sagte, er sei im vergangenen Winteraus Unwillen über die ihm zutheil werdende Vernachlässigungerkrankt, erklärte, er wolle künftig von Allem unterrichtet wer-den. Zunächst sollte man ihm die auf die römische Streit-frage bezüglichen Papiere bringen. Am folgenden Morgenwaren die Minister bei ihm, und lasen ihm unter anderm