VIII.
Es war im Sommer 1731 , als Victor Amadeus denEntschluß faßte, nach Turin zurückzukehren und, wenn nichtdie ganze, doch einen Theil der Autorität wieder an sich zunehmen. Carl Emanuel beabsichtigte um jene Zeit die Bädervon Evian am Genfersee zu besuchen, und dem Vater schiender Moment günstig, dem Sohne seinen Willen hinsichtlicheines Wechsels in der Regierung zu verkünden. Man wundertsich wenn man vernimmt, daß er auf D'Ormea's Betheiligungrechnete. Diesem dachte er sich zu eröffnen, während er seinenSohn nach Savoyen begleiten würde: da der Minister aberder römischen Angelegenheiten wegen in Turin blieb, beschloßer ihm zu schreiben. Er begann mit Klagen über Carl Ema-nuel, den er als unfähig zur Regierung schilderte, umgebenvon talentlosen und verderbten Leuten, von denen er ver-schiedene namentlich bezeichnete. Geschehenes wieder gut zumachen, größer» künftigen Übelständen vorzubeugen, habe er,als liebevoll vorsorglicher Vater, ein Regierungsshstem erdacht,dem Könige neuen Halt zu geben, seine moralischen und in-tellectuellen Eigenschaften zu entwickeln und zu kräftigen. Erwerde einen Staatsrath einsetzen, nach dem Muster der Wienergeheimen Conferenz. Die darin vorzunehmende reifliche Be-sprechung aller Geschäfte würde dem Könige ermöglichen, Kennt-nisse, Leichtigkeit des Ausdrucks und jene geistige Gewandtheitzu erlangen, deren er so sehr bedürfe. Vier Mitglieder solltendiesen Staatsrath bilden: der Minister des Auswärtigen unddes Innern nach Vereinigung beider Ämter in Einer Person,