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Kleine historische Schriften
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König Vieler Amadeus II.

gemeinen davon, indem er oft äußerte, er fühle sich nicht mehrim Stande sich wie ehemals den Geschäften zu widmen, erkönne eine Sache nicht halb thun, bei ihm heiße es: Ganzoder Nichts; aber er hat seinen Entschluß dem Könige ersteinen Monat vor der Ausführung mitgetheilt. Die andereSache, von welcher Sie bemerken, daß sie Ihnen zweifelhafterscheint, ist völlig wahr, nämlich die Heirat mit meiner Damed'atour. Der Beweggrund war, daß er eine Person bei sichzu haben wünschte, die ihm ergeben und ihm bei seinen körper-lichen Gebrechen behülflich zu sein im Stande wäre, aber derEntschluß hat doch sehr überrascht. Obschon ich die Sachelängst bemerkte, die Dame auch das Mögliche that es michmerken zu lassen, stellte ich mich doch unwissend. Sie ist eineFrau von über fünfzig, die meinem Dafürhalten nach nieschön gewesen ist, auch keinen glänzenden Verstand hat, aberFeinheit genug besitzt ihre Zwecke zu erreichen, wovon sie dieProbe abgelegt hat. Übrigens ist sie gewandt und kräftig undihn gut zu bedienen fähig, wie sie während meines Wochen-bettes gethan hat. Dies ist der ganze Sachverhalt."

Eine Krankenwärterin! Dies war die Rolle welche diejunge Königin der Marchesa di Spigno zutheilte.