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König Victor Amadeus' II.
Schwierigkeiten besiegt und etwas erreicht. Mein Sohn zähltneunundzwanzig Jahre. Die Finanzen sind blühend, wir habenErsparnisse, überall herrscht Gehorsam, die Truppen sind hin-reichend an Zahl und von trefflicher Disciplin, die Festungenin gutem Stande. Wir stehn in freundlichen Beziehungen zumAuslande, namentlich zu Frankreich. Carlino wird seine Auf-gabe gut lösen. Ich bin müde. Ich werde als einfacher Land-edelmann leben, ohne Hof, ohne Wachen; vier Bediente, einKammerdiener, zwei Köche." Darüber trat Carl Emanuel ein;Victor Amadeus fuhr in seiner Rede fort und sagte unteranderm zum neuen Könige: „Obgleich ich mich mit Geschäftennicht befassen will, wirst Du die Gefälligkeit haben, mir jedeWoche ein Bulletin mit deinen eigenen Beschlüssen und denauswärtigen Nachrichten zu senden. Dies wird mir bessereDienste thun, als die Zeitungen."
Gegen Abend wurde in der Kirche von Rivoli, in Gegen-wart beider Könige und des Hofes, der Segen mit dem Sa-krament ertheilt. Der Priester, der das Gebet sprach, hieltinne, als er zu den Worten Domino salvum tue LoZoin ge-langte, nicht wissend, welchen Namen er hinzusügen sollte. Dasprach Victor Amadeus mit lauter Stimme: „Oarolum Dnm-nuolom."
Für seinen Unterhalt behielt er sich hundertfünfzigtausendLiren vor, und eine mäßige Pension für seine Gemalin imFall seines Todes. Er nahm den Titel König Victor an.Am folgenden Tage, den 4. September, trat er die Reise nachChamberh an, wo er zu residiren beschlossen hatte. ImAugenblick, wo er das Schloß von Rivoli verließ, fühlte ersich bewegt und Thränen traten ihm in die Augen. CarlEmanuel merkte es und wiederholte die Bitte um Fortdauerseiner Regierung. Victor Amadeus drängte seine Rührungzurück, und stieg mit der Marquise in den Wagen. DerSohn wollte ihm eine Abtheilung Garde mitgeben; er schluges aus. Mit dem Finger auf die ihn begleitenden Dienerweisend, sagte er: „Für einen Landedelmann ist das mehr denngenug."