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Kleine historische Schriften
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Thronentsagung und Ende.

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kannte, unermüdliche Thätigkeit, Einfachheit im Privatleben,Vorliebe für das Kriegswesen und jenes Verständniß desselben,das, gleichsam ein Erbtheil, so manche seines Hauses ausge-zeichnet hat. Aber er war verschlossen und über allen Begriffmißtrauisch, wobei er begreiflicherweise den Täuschungen nichtentging, von heftigem störrischen Wesen, eigenmächtig und leichtverstimmt, intrigant und unscrupulös. Die inneren Ange-legenheiten Frankreichs boten den ursprünglichen Anlaß zu demersten Zerwürfniß zwischen ihm und Ludwig XIV., dessen Nichtedie Tochter Herzog Philipps von Orleans und Henriettensvon England er geheiratet hatte. Bei den grausamen Maß-regeln gegen die durch Aufhebung des Edicts von Nantes ge-troffenen Hugenotten, in welche die Waldenser der piemon-tesischen Alpenthäler verwickelt wurden, hielten König undHerzog zusammen, aber die unerträgliche Anmaßung des Einen,welcher den Andern wie seinen Vasall behandelte, führte zumBruch. Von Catinat, der ihn bei Staffarda und bei Mar-saglia schlug, lernte er den Krieg, und die Schlacht bei Cumowie der Einfall in das Dauphine zeigten, daß er ein gelehrigerSchüler war.

Der Vertrag von Vigevano vom 7. October 1696 setztediesem langwierigen Kriege ein Ziel, einem Kriege, welcherdurch die Plünderung von Städten und Vernichtung vonSchlössern ein Nachspiel dessen gab, was französische Generalewenige Jahre früher in der Pfalz geleistet hatten, in seinemAusgange jedoch ein Schauspiel darbot, wie vielleicht kein ähn-liches gesehen worden ist. Der Herzog von Savoyen, Ge-neralissimus des von Kaiser Leopold, Spanien, England, Hol-land gegen Frankreich gebildeten Bündnisses, unterhandelteheimlich mit Ludwig XIV. inbetreff eines Separatfriedens,und als er mit ihm einig geworden, vereinigte er plötzlich seinHeer mit dem französischen, welches so eben die Komödie einesbeabsichtigten Angriffs auf Turin zum Besten gegeben hatte,und schritt als Oberbefehlshaber dieses neuen Bundesheeres zurBelagerung des von seinen vormaligen Alliirten besetzten Va-lenza am Po.Ich war damals in Mailand", schreibt Lo-

v. Reumont, Kl. bist. Schriften. 11