Eine flormtinische Edelfrau im 15. Jahrhundert. 147
stand. Wie es mit dem Plan zu diesem großartigen Werke,und bei der Grundsteinlegung zugegangen ist, bei welcher seinebeiden Schwestersöhne Pietro Parenti, der Geschichtschreiber,und Donato Bonsi, schon in Neapel Gehülfe in seiner Bank,ihm zur Seite standen, ist von seinem zweiten Sohne Lorenzound ihm selber ausführlich und lebendig geschildert worden.Beide Werke waren erst wenig vorgerückt, als er am 14. Mai1491 nach kurzer Krankheit verschied. Ein dem AntonioPollaiuolo zugeschriebenes Broncemedaillon zeigt ihn in reifenJahren, das Profil scharf geschnitten, mit vortretender Stirnund ziemlich starken Backenknochen, die Nase groß, Mund undKinn klein, der Ausdruck ernst und geschlossen, nichts von dermelancholischen Anmuth und Schönheit seines jüngsten undberühmtesten Sohnes. Unter seinen Söhnen sind die Werkevollendet worden. In einem derselben, der seinen Namentrug, hat die Familie ihren höchsten Glanz, aber auch ihre ge-fahrvollste Krisis erlebt, und, mit den Medici verschwägert, aberDecennien lang im bittern Kampfe mit ihnen, nachmals in denitalienischen und französischen Angelegenheiten bis zum letztenAthemzuge toscanischer Freiheit eine große Rolle gespielt.Alfonso, mit dessen frühester Kindheit die Großmutter sich soviel beschäftigte, hat in seinem Leben wenig von der Consequenzund Besonnenheit des Vaters an den Tag gelegt. In denNachkommen Lorenzo's, des ältesten der Söhne der SelvaggiaGianfigliazzi, welche ihren Gatten um vierunddreißig Jahre über-lebte, und ein von Grund aus verändertes Florenz sah, hat dieLinie Filippo's sich bis heute sortgepflanzt, während auch die seinesBruders Lorenzo, dessen Sohn Matteo einer der vornehmstenRäthe der auf den Fürstenthron gelangten Medici war, bisauf unsere Tage gelangte, die mantuanische, der die Thorevon Florenz sich spät öffneten, noch wie jene erstere blüht.
Caterina Parenti, die ältere der Schwestern, war zehnJahre vor ihrem Bruder gestorben. Marco, der Wittwer, schriebfolgendes in sein Erinnerungsbuch, gegenüber dem Blatte, worauser vierunddreißig Jahre zuvor den Hochzeitstag angemerkt: „ Am17. Mai 1481, um die neunte Stunde, schied sie aus diesem
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