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Kleine historische Schriften
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Alessandra Strozzi.

Gulden mitzugeben, wenn es durch seine Geburt darauf An-spruch hat, als hundert zu versorgen und die Summe untersie zu vertheilen. Findest du eine entsprechende Ehe zu schließenohne des Geldes zu bedürfen, so entziehe es den anderen nicht,denen man von Gottes Gaben mitzutheilen verpflichtet ist.Bedenke sodann die Stellung der Söhne in der Welt. Laßdem Deinigen so viel zukommen, als für anständige Lebensweisehinreicht, falls er nicht freiwillig darauf Verzicht leistet, oderein Spieler und Verschwender ist. Im erstem Falle vertheile,was er nicht annimmr, im zweiten triff Maßregeln, damit ernicht verschleudern kann, was Gottes Gabe ist. In Bezug aufKleidung, so der Kinder wie deine eigne, halte die Mitte ein.Überlege was für ihre Stellung im Leben paßt, und wenn sieals Edelgeborene Seide und Scharlach zu tragen berechtigt sind,mache dir kein Gewissen daraus es ihnen zu geben. Aberachte gut auf das, was ich die Mitte nenne, und verstehe darunternicht die Tagessitte. Denn wenn man heute das Geld fürPutz, Stickereien und Schmuck und Lappalien wegwirft, kannich dir nicht dazu rathen, denn es ist Unsinn und Verschwendung.In Bezug auf Wohnung, Hausgerät, Speisen, Diener undDienerinnen gilt das über die Kleidung Gesagte. Gieb Mal-zeiten nur wenn du mußt. Wenn du nur so viel besitzest, alsfür deine Kinder hinreicht, und mehr nicht, so bewahre allesfür sie, falls du siehst, daß ihnen von anderer Seite nichtszukommen kann, und du wirst dann Gott gefällig sein, wenndu für fremden Mangel Mitgefühl hast, obgleich du in derWohlthätigkeit Maß hältst. Wo aber die Noth zum Äußerstensteigt, sollen die Güter gemein sein und hast du alle als deineKinder anzusehen. Was deine Person betrifft, wenn du freibist, thue mit Maß, wie es dir behagt."

Nicht minder verständig sind die Rathschläge in Bezug auf dieGeldspenden an Klerus, Kirchen, Klöster, und auf die Gesinnung,mit welcher diese Spenden zu reichen und zu empfangen sind. Inallem diesem ist größte Vorsicht nöthig, auf daß das Spenden derSakramente nicht zu einem Verkauf des Heilandes, die Häufungder Aufträge zum Messelesen nicht Mißbrauch, die Unterstützung