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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
Entstehung
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4. Vereinigung der christlichen Flotten vor Candia im Frühjahr 1668.

1.87

von Venedig dem Generalkapitän Morosini, weil dieser mit den Verhält-nissen am meisten vertraut war.

Am 19. Mai gegen Mittag stach die Päpstliche Flotte in See, am20. Mai früh traf sie vor Gaöta*) ein und blieb hier zunächst auf derRhede liegen. Der Grund, warum sie nicht sogleich nach ihrem nächstenReiseziel Neapel weiterging, war der, daß zunächst ein Abkommen wegen derbeim Einlaufen in den Hafen von Neapel zu beobachtenden Begrüßungs-feierlichkeiten getroffen werden mußte. Die Frage des Ceremoniells, die über-haupt im geselligen und politischen Verkehr des 17. und 18. Jahrhundertseinen so breiten Raum einnahm, war hier, wie auch später häufig, die Ursachevon Streitigkeiten und Verzögerungen, ja sie stellte sogar mehrmals dieganze Einigkeit der christlichen Streitkräfte in Frage. Es ist daher unver-meidlich, in der nachfolgenden Darstellung auch zuweilen des Etikettengezänkszu gedenken, soweit es auf den Gang der Ereignisse Einfluß hatte. Hier beiNeapel konnten die Schwierigkeiten erst nach dreitägiger Verhandlung gelöstwerden. Rospigliosi fand dann aber bei dem Spanischen Vizekönig vonNeapel, Don Pedro de Aragon, eine glänzende Aufnahme und verzögerte des-halb seinen Aufbruch bis zum 27. Mai.

Sein nächstes Ziel war Messina, wo er sich mit der Maltesischen Flottevereinigen sollte, allein widrige Winde und abermals Verhandlungen wegendes Ceremoniells beim Einlaufen in den Hafen verzögerten die Ankunft biszum Abend des 5. Juni.

Die in Messina bereits anwesende Maltesische Flotte**) unter dem Be-fehl des Admirals Accarigi fuhr der Päpstlichen sechs Meilen***) entgegen undbegrüßte das Banner der Kirche mit einem Königssalut sämmtlicher Geschützeund Musketen.

Infolge des ungünstigen Wetters wurde die Weiterfahrt, die von beidenFlotten gemeinsam unternommen werden sollte, bis zum Abend des 12. Juniverschoben. Wie die ganze damalige Schifffahrt mit den Ruderfahrzeugennoch immer den Küsten folgte, so wagte man es auch jetzt nicht, den geradenWeg nach Candia einzuschlagen aus Furcht, auf offener See von einemSturm überrascht zu werden, dem die flachen, schwerfälligen Galeeren weniggewachsen waren. Die Fahrt ging daher zunächst längs der Küste vonCalabrien und dann an der Südostspitze von Italien, dem Kap Santa

Siehe dis Ilebersichtskarte.

Sie bestand aus folgenden Schiffen:

1. GaleereCapitana",

2. -Padrona",

3. -Magistrale",

4. -S. Nicola",

5. -S. Pietro",

6. -S. Luigi",

7. -S. Giovanni",

Kapitän Tancredi,

- Pappacoda,

- Sesmaison,

- Feuilles,

- Airoli,

- Maisonseule,Hunisres.

Es sind hier und in dem Folgenden stets Römische Meilen, gleich 1,47 km, gemeint.