Druckschrift 
2 (1811)
Entstehung
Seite
239
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Fünfzigster Brief. 239

denn das höchste Wasser oder die volle Fluthtritt an einerlei Orte alle Tage um gleich vieleStunden nach dem Durchgänge des Mondesdurch den Meridian ein; indeß scheint cs beimersten Anblicke sonderbar, daß die Fluth nichtnur bann, sondern auch 12 Stunden nachhernoch einmal erfolgt, wenn der Mond unter demHorizonte grade die entgegengesetzte Stellunghat. Eine andere Uebereinstimmnng zwischenden Fluchen und der Stellung des Mondes istdie, daß die höchsten Fluchen zur Zeit desNeumondes und Vollmondes eintreten, dieschwächsten Fluchen zur Zeit der Mondess Vier-tel. Der Unterschied dieser höchsten und nie-drigsten Fluchen ist so bedeutend, daß man inBrest zur Zeit des Neumondes oder Vollmondesdas Wasser über 18 Fuß steigen sicht, zur Zeitder Viertel hingegen kaum 9 Fuß. Endlichbemerkt man auch, daß bei sonst gleichen Um-ständen die Fluchen höher steigen, wenn derMond der Erde nahe ist, als wenn er sichin größerer Entfernung von ihr befindet.

Lassen Sie uns jetzt einmal die Unter-suchung anstellen, welchen Einfluß wohl dieanziehende Kraft der Sonne und des Mondes