Acht und dreißigster Brief. 109
Wir sind also nun durch sehr bedeutendeGründe berechtigt, die Sonne als ruhend imMittelpuncte des Planetensystems anzusehen,und die Erde als einen Planeten, der um dieSonne lauft, zu betrachten, und dieses nöthi-get uns, die jährliche Bewegung der Sonnedurch die Zeichen des Thierkreises nur als schein-bar, und von einer wahren Bewegung der Erdeherrührend, anzusehen. Aber wie ist denn dieeigentliche Bewegung der Erde beschaffen? —Wir sahen vorhin, daß die Axe der Erde dasganze Jahr durch gegen einerlei Puncte derHimmelskugel, oder gegen einerlei Sterne ge-richtet bleibt, und da wir jetzt wissen, daß dieErde in dieser Zeit ihren Ort ansehnlich verän-dert, so folgt hieraus, daß die Erdaxe dochimmer fort eine parallele Richtung behält, oderdaß, wenn ^.8 6 (Fig. 48) die'perspectivischdargestellte Erdbahn, und Lk die Axe der Erdeist, diese in ^ und in L und an jeder andernStelle gegen einerlei Fixstern gerichtet bleibt.Diese unveränderliche Stellung der Erdaxe istgegen die Ebene der Erdbahn geneigt, und dar-aus läßt sich leicht die Abwechselung der Jah-reszeiten erklären. Steht die Erde in und