Drei und dreißigster Brief. 63
den finden, daß der Körper sich gar nicht derErde nähert, sondern auf einerlei Kreise mitunveränderlicher Geschwindigkeit fortgchen, undalso unaufhörlich um die Erde herumlaufcn muß.
Diese Ueberlcgung macht es also mehr alswahrscheinlich, daß der Mond nach diesen Ge-setzen seinen Umlauf um die Erde macht, daß ernämlich vermöge der Schwere gegen die Erdegetrieben, und dadurch in der kreisförmigenBahn erhalten wird, welche wir ihn durchlau-fen sehen. Aber da, wie Sie bemerkt haben,zwischen der Wurfkraft und der Schwere eingewisses Verhältniß Statt finden muß, wenndie Bahn des geworfnen Körpers kreisförmigsein soll: so ist es nun interessant, näher zu un-tersuchen, mit welcher Gewalt die Schwere denMond zur Erde herabziehcn muß, wennseineBahn ein genauer Kreis werden soll. Die Ent-fernung des Mondes kennen wir, und folglichauch die Größe des Kreises, den er durchläuft;die Zeit seines Umlaufes um die Erde kennenwir auch, und es ist also nun leicht, zu berech-nen, wie viel Fuß der Mond in einer Minutezurüeklegt. Diese Berechnung will ich Ihneneben nicht zumuthcn, aber wenn wir die Entfer-