Druckschrift 
1 (1811)
Entstehung
Seite
45
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Siebenter Brief. 45

wäre thöricht! denn grade in diesem Weitcrstrerben, in diesem Hinausblicken über die Erfahrrung liegt ja eben der Vorzug des Menschen.Die einzelne Erscheinung bemerkt auch das Thier,aber es hat keine Ahndung von einem Zusam-menhänge, von beständigen Gesetzen, denen dieErscheinungen unterworfen sind; es wirft keineFrage auf, und darum können ihm auch keineAntworten zu Theil werden. Nur der Menschbringt zu der Betrachtung der Natur die Ideevon Zusammenhang, von Ordnung, von Zweck-mäßigkeit mit, und darum ist auch nur für ihndie Natur ein Ganzes; er ahndet ihre Gesetze,und wahrhaft steht mit seinem Genius die Naturin ewigem Bunde, und was jener verheißt,leistet diese gewiß.

Dieser Ahndungsblick eben ist es, welcheruns zur Kennrniß der Naturgesetze leitet; dennobgleich er uns zuerst nur Vermuthungcn oderHypothesen an die Hand giebt, so dienen unsdoch diese, die Erfahrungen zu ordnen, dieLücken unsrer Kenntnisse zu bemerken, und unsreAufmerksamkeit auf die Puncte zu richten, woes sich zeigen muß, ob jene Hypothesen richtigwaren oder falsch. Hierdurch wird dieses Fra?