262 Geschichte der preußischen Monarchie.
noch auf den bn'tti'schen Inseln bestanden hatte; dies durchdie Kraft seiner Selbstregierung, die nicht durch fremdeAugen sah und nicht durch bezahlte Federn wirkte; dies durchdie bessere Gesetzgebung, die er vorbereitete, durch dieSparsamkeit, die, ohne Bedrückung des im Wohlständefortschreitenden Staatsbürgers, einen ansehnlichen Schatzsammlcte, und durch die großen Anstalten im Innern, wo-durch er den Geist seiner Völker mächtig emporhob; dies end-lich auf dem Felde des Krieges, wo er, dem bewaffne-len Europa gegen über, unüberwunden das Gesetz des Hu-bertsburgcr Friedens verschrieb, das ihm den Besitz des schnellerworbenen, aber schwer behaupteten, Schlesiens sicherte.Entbunden von der Abhängigkeit seiner Vorfahren, von demInteresse des Hauses Oestrcich, bildete sich unter ihm dasOppofitionssystem Brandenburgs gegen die Vergröße-rungen des östreichischen Hauses; im teutschen Staatcnsy-stem hatte er Brandenburgs Stimme zur nächsten, nach derStimme des Kaiserhauses, erhoben; versöhnt hatte er all-mählig die Welt mit der Größe seiner Erscheinung; die euro-päischen Höft achteten und fürchteten ihn, je nachdem es ihrInteresse mit sich brachte; von 1763— 1786 war er mehr-mals der Schiedsrichter der europäischen Angelegenheiten, unduneigennützig schloß er den Teschner Frieden und den Fürsten-bund am Abende seines Lebens.
Die erste Tbeilung Polens gab zwar der Welt einBeispiel, das in seinen Folgen das politische Gleichgewicht inEuropa erschütterte; allein, was Preußen in derselben er-warb, hatte thcils vor dem Thorner Vertrage von 1466dem teutschen Orden gehört , und führte noch nach 300 Jah-ren den preußischen Namen; theils war cs Bcsitzthum derHerzoge von Pomerellen gewesen, deren Dynastie bereits1295 erlosch, wo schon Waldemar von Brandenburg überden Besitz dieser erledigten Länder kämpfte. Der Erwerb vonOsifriesland konnte freilich, neben Schlesien und West-prcußen, kaum in Anschlag kommen ! Gefeiert und bewundertstieg Friedrich 2 in die Gruft, über welcher bald die Stürme