2 70 n. Thl. Die Gesetze der Bewegung flüssiger Körper.
§. z. Bemerkung. Um die verschiedenen Be-wegungen, die ein flüssiger Körper annehmen kann, bes-ser zu übersehen^ kann man die einfacheren Fälle der Li-nien-Bewegung und der Flächen-Bewegung von denjeni-gen trennen, wo die Bewegungen aller Theilchen nachallen Richtungen gehen können. Man versteht unter Li-nien-Bewegung den Fall, wo der flüssige Körper in eineenge Röhre eingeschossen so forkfließt, daß alle Theilchendie in demselben Querschnitte der Röhre sich befinden,einerlei Geschwindigkeit haben, und genau oder doch bei-nahe sich nach parallelen Richtungen fortbewegen. Da-mit dies genau der Fall sei, müßte die Röhre überall gleichweit sein, mögte aber sonst, ihrer Längen-Richtung nach,jede willkürliche Gestalt haben. Die hieher gehörigenBetrachtungen lassen sich indeß noch anwenden, wennauch nicht alle Querschnitte der Röhre genau gleich sind,wofern man nur annehmen kann, daß nahe genug alleTheilchen desselben Querschnitts auf gleiche Art fortrücken.Vtqn rechnet hieher auch den Fall, wo Wasser aus einemüberaus weiten Gefäße durch eine sehr enge Oeffnung auS-fließt, weil hier wenigstens ein gleiches Sinken aller Was-serschichcen in dem weiten Gefäße kann angenommenwerden.
Von der Flächen - Bewegung giebt die Bewegung desWassers in graden Canälen das passendste Beispiel.Sind die Wände dieses Canales parallel und vertical,und alle auf die Längen-Richtung des Canals senkrechteQuerschnitte rechtwinklichte Parallelogramme: so kann
freilich in den verschiedenen Puncten des LängenschnittSdie Bewegung verschieden sein; aber gewiß bleibt jedesTheilchen beständig in derselben Vertical-Ebne, und alleTheilchen, die sich in einerlei auf den Längenschnitt senk-rechten Horizontallinie befinden, haben ganz gleiche Be-wegung, so daß man nur die Bewegungen in einem ein-zigen Längenschnirte zu untersuchen brauchte, um sie füralle Längenschnitte zu kennen. Eine solche Bewegungkönnte eine ebene Bewegung heißen. Aber ähnliche