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Rheinische Goethe-Ausstellung : in der Aula der königlichen Kunstakademie zu Düsseldorf Juli bis October 1899
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Alle haben durch anmuthende Zeichnungen einzelne Augenblickein Goetheschen Dramen, Gedichten etc. zu lebenswahrer An-schauung gebracht und so ihre Aufgabe glänzend gelöst. Wohlaber einen besonders schweren Standpunkt hatte unser leider zufrüh dahin geschiedener Carl Gehrts mit seinen IllustrationenzuReineke Fuchs. Hatte doch schon der grosse Wilhelmvon Kaulbach dieses Gedicht, im Bilde mit dem Worte wett-eifernd, zu einem besonderen Lieblingsbuche unserer literarischenFeinschmecker gemacht, so dass mehr als eine dieser köstlichenThiergestalten geradezu typisch geworden schien. Da hiess esdenn für Gehrts, neue packende Momente oder solche vonseinem Vorgänger schon festgelegte in anderer Auffassung zurDarstellung zu bringen und wo möglich neue Typen zu schaffenliebenswürdigere vielleicht, gutmüthigere und auch schelmischere,als die des grossen Satyrikers und unübertrefflichen Caricaturen-zeichners Kaulbach werden konnten, und warum sollte einesolche Auffassung unmöglich sein, da doch jede echte Dichtungvieldeutig ist und zu jedem eine andere Sprache redet! In dieserRichtung nun hat sich Gehrts als wahrhaft intuitiver Thiermalerbewährt; in der erstaunlich reichen Zahl dieser Illustrationenfindet sich keine minderwerthige, keine, welche einen Vergleichzu scheuen brauchte, und so wird es der, sich an seinen in grosserAnzahl ausgestellten Originalstudien erfreuende Besucher nichtfür Düsseldorfer Localpatriotismus oder gar Chauvinismushalten, wenn wir an dieser Stelle des Meisters eingehendergedachten.

Ist das in Gruppe XIII Gebotene auch nicht von erdrückenderMasse, so wird doch wohl die Zahl allein Düsseldorfer Künstlerals Illustratoren von Werken unsers Altmeisters dem der Goethe-Forschung ferner Stehenden einen Fingerzeig geben, wie sehrsich die Kunst der Verherrlichung und Popularisirung der Er-zeugnisse unseres Geistesheros gewidmet hat.

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