172
1575 Zum christlichen Andenken
an Herrn
JOSEPH HOFFMANNGeschiclitmaler in Cöln.
Er war geboren den 28. October im J. 1764. Er starbmit den Hh. Sacramenten versehen, an einem Nerven-fieber, den 6 ten März 1812.
Nach seinen frühem Kunst-Studien dahier und aufder Akademie in Düsseldorf lieferte er bald glück-liche Versuche in mehrern Gattungen der Malerei;aber sein Talent bestimmte sich endlich für die höhereGeschieht,malerei. Seit der grossen Epoche der cöl-nischen Kunst, vom 12ten bis zum 16ten Jahrhunderte,war Er es, welcher der Geburtsstadt des grossenRubens jenen hohen Grad des alten Kunstruhmeswieder erweckte, den die Ausländer hier erstorbenwähnten: dreimal errang Er den Preis bei der wei-marischen Kunst-Ausstellung unter Göthes Auspizien.
Der unvermuthete Verlust dieses so gebildeten,durch gute Lectüre und Studien sich täglich noch fort-bildenden Künstlers ist um so schmerzlicher, weil seinOharacter liebenswürdig, sein Herz wohlwollend, seinWandel christlich, und Er durch seinen unermüdetenFleiss die Stütze seines alten Vaters und seiner Fa-milie war. Gott habe Ihn selig!
Imprime chez M. Duinont-Schauberg ä Cologne.
H. Lempertz sen. hat auf dem Todtenzettel vermerkt: „Istvon Wallraf aufgesetzt.“ Der Todtenzettel ist hier buchstaben-getreu abgedruckt.
Sammlung Lempertz, Köln.
1576 Handschrift: Inschrift am Kenotaph von Joseph Hoff-
mann — auf der Urne: „Licht und Ruhe seiner gutenSeele;“ links „wo seine Preiskränze an den Hörnerndes Monuments hingen“:
„Dessen Beyspiel und Werk so himmlisch erbaut und ergötzte,Edel als Künstler, und Christ, schätzbar als Bruder und Freund,Ihm vermochte die Welt nur vergängliche Kränze zu biethen,Seinem Streben verlieh Gott nun den ewigen Kranz.“
Denoel (sic !)
Rechts:
„Nimm nicht hinweg mir den Sohn von Cöln, eh’ ein zweiter
[ihm gleiche,
Sprach die Kunst zur Natur, aber ihn nahm die Natnr.
Hob ihn zum Reiche des Lichtes, wo Dürer und Rubens ihn
[küssten,
Jener, dess Fleiss er geerbt, dieser, dess Geist ihn genährt.“
Wallraf.