B. Goethes Freundeskreise am Rhein.
S 'as Thema „Goethe als Freund“ — neben „Goethe unddie Liehe“, für einen Goetheforscher unstreitig der denk-bar dankbarste Stoff zu einer Monographie — ist von derRheinischen Goethe-Ausstellung selbstverständlich auf „Goetheals Freund mit rheinischen Freunden“ eingeschränkt, soaber auch dort diejenige Gruppe, welche die Wirkung alleranderen am wesentlichsten vertieft.
„Zwar herrlich ist selbstständig Gefühl — dassaber antwortend Gefühl würkender macht ist ewigwahr und so Dank deinem guten Geist und so wohlunsern Geistern dass sie sich gleichen“ —damit hat der Dichterfürst selbst in einem Briefe an seinenneugewonnenen Freund Fritz Heinrich Jacobi seine Auf-fassung von Freundschaft charakterisiert; die beiden grossenFreundschaftskreise Goethes am Rhein, der Pempelfort erund der Bonner, erscheinen von ihr wie von einem rothenFaden durchzogen — der eine mit dem jungen Goethe ge-knüpft und den alten noch verknüpfend, der andere erst vonSr. Excellenz dem Herrn Geheime-Rath von Goethe geschlossen,mit verwandtschaftlichen Beziehungen verflochten. Welchemvon beiden gebührt vor dem anderen rühmliches Gedenken?Folgen wir Goethe, der als Schillers engstverbundener Freunddie Deutschen thöricht schilt, dass sie darüber in Streit ge-riethen, welcher der Grössere sei, statt sich zu freuen,dass sie zwei solcher „Kerle“ hätten!
Zwei weitwirkende Freundschaftskreise um die strahlendeSonne Goethes in einer Provinz — wahrlich das schönsteZeugniss für diese! [r ,