A. Goethe in rheinischem Land und am Rhein.
JöKchon 14jährig, hat Goethe den Rhein von den Höhen/y&ü um Wiesbaden sich „weithin schlängeln“ gesehen; erist 1764 nach Mainz gekommen — Kindheitsbegebenheiten.
Zum ersten Male hat er aus freiem Entschlüsse 1772das Rheinthal aufgesucht, krank von den Engen des Reichs-städtchens und den drangvollen Herzenserlebnissen in Wetzlar,wo er zuerst einen längeren Aufenthalt in unserer heimath-lichen Rheinprovinz genommen hatte. Am Rhein suchte erTrost bei der mütterlichen Freundin Sophie von La Roche, nichtRheinluft und Lieblichkeit des weiten Flussthales — unddoch, was ihm Genesung brachte, war neben dem anregendenFamilienkreise im „Thal“, der Rhein und rheinisch Leben.
Im „Thal“ unterm Ehrenbreitstein wurzeln auch dieRheinreisen Goethes von 1774 und 1792. Bei der La Rochewurden seine Gedanken zuerst nach Düsseldorf zu den Brüdern.Jacobi gelenkt, die mit der schöngeistigen Frau im Verkehrstanden. Hier knüpfen die Fäden an, die von anderen weib-lichen Händen weitergesponnen, den Dichter schliesslich nachPempelfort zogen und ihn zu lebenslanger Freundschaft anFritz Heinrich Jacobi fesselten.
Die Rheinreisen von 1814 und 1815 stehen in denkbarschärfstem Gegensatz zu einander. Was ihn nach Rtidesheimführte, war die Stimmung des Augenblicks: das Rochusfestin Bingen fiel ihm, ein Blumenstrauss der Göttin Zufall,unvermuthet in den Schooss. Hier ist alles heitere Lustund fröhlich Gemessen. — Im Juli 1815 dagegen wurde derKunst- und Alterthumskenner Goethe von Preussens gutemGeiste, dem Freiherrn von Stein, dem niemals Rastenden, inhochofficieller Mission rheinab geführt, beide ein Segen fürunser rheinisch Land. ,,