Druckschrift 
Faust : der Tragödie dritter Theil ; treu im Geiste des zweiten Theils des Götheschen Faust
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

8

Du mich mehr mit dem männlichen Verstände;

G Wechselbildung schön und förderlich!

G Wonne, zu des höchsten Himmels HallenEinander bildend so emporznwallenl

Faust.

Ja, das ist schön und wäre schöner noch,

War die Diät um etwas besser doch!

Dich, Holde, tadl' ich nichtUm's magere Gericht,

Du folgst ja nur, ich weiß es lange schonDem Wortlaut höherer Instruktion.

Des Leibs Entbehrung,

Der GeistabklärungZweckvolle Mehrung,

Sie soll den alten ErdenbengelFiltriren bis zum reinen Engel;

Und doch ist's hart, doch ist es halt zu viel,

Zu steiler weg zu dem erhabnen Ziel,

Wenn man vom Schulstanb kommt so hungrig, so verschwitzt,Mit tiefem Atheinzug zu Tisch dann endlich sitztUnd findet da das tranr'ge Einerlei,

Kartoffel, Lattich, fade Pflanzenkost

Und nur am Sonntag dünnen Apfelmost. —

M Lieschen, du mit deinem Weibermagen,

Du ahnest nicht, was solche Kur will sagen!

Warum dieß Leben, wie Johann der Täufer?

Ich war ja doch kein Fresser und kein Säufer!

Lieschen.

Noch andre Formen treibt die Ueppigkeit,

Gedenke reuig der arkadischen Zeit!

Warum bist du zur Prüfung da?

Gedenk, o Laust, der Helena!