71 o RlagelLeder Jeremias.
Herzen geflossen, das so oft für seine Mitbür-ger blutet, wenn er ihnen die traurige Zukunfteröffnen muß, wo die Stadt Gottes nicht mehrscyn wird; aus eben dem fühlenden Herzen,das ihm den Trauergefang im yten Kapitel fei-ner Weissagungen (V. 17-22) eingegeben hat.Die Sprache ist hier, wie in den Weissagun-gen, sowohl in Rüksicht auf die Wahl der Wor-te, als auf den grammatischen Bau. Hier(I. 16. II. 18. Hl- 48. 49) wie dort (z. E. lX.17. Xlll. 17. XIV. 17 re.) ist der AusdrukkwON sehr gewöhnlich; hier
wie dort der Gebrauch des paragogischen Iod's(I. i -.-O-,, V-NN, IV. 2i Nur
das Lcliiir praellxuin (IV. 9 II iz
finde ich in den Orakeln des Jere-mias nicht; vielleicht ist xs bei den Hebräernmehr den sanften Liedern des Schmerzes undder Liebe, als der übrigen Poesie gewöhnlichgewesen. Auch spielt er in den Klagliedcrnauf seine Weissagungen an; hier bedauert er,daß falsche Propheten feine Mitbürger zu be-kriegen suchten (Ierem. XIV. i z), und dort,daß sie sich von ihnen mochten bekriegen lassen(Klagel. II. 14).
§. 656.
Geschichte der A-ieSer.
Die Geschichte dieser Trauergesange ist dun-kel. Wahrscheinlich schikte sie Jeremias sei-