Druckschrift 
3 (1783)
Seite
600
Einzelbild herunterladen
 

6oo

-Hiob.

Der Inhalt des Buchs laßt sich auf emLganz einfache Idee zurükführen: »es ist mensch-liche Vermessenheit über Gottes Absichten, irr»der Regierung der Welt Urtheile zu wagen;»und insbesondere die Ursachen vom Glük»und Unglük einzelner Menschen erforschen zu»wollen.«

Um diese Idee sinnlich und anschaulich ineinem Gedichte darzulegen, führt der Dichtereinen Mann aus dem grauen Alterthum, denwahrscheinlich die Ueberliefernng als einen un-schuldig Leidenden geschildert hatte, auf denSchauplatz. Ein reicher, angesehener undfrommer Emir von Idumäa, Hiob, verliehetin wenigen Stunden eines Tages alles, waser besessen hatte; seine Heerden und Sclavenwerden cheils von Räubern wcggetrieben, theilsvom Blitz erschlagen, und das Liebste, Wer-theste, was ihm noch geblieben war, seine Söh.ne und Töchter werden unter den Ruinen einesHauses begraben, welches ein Orkan in Trüm-mer warf. Ein Unglüksbote folgt auf den an-dern; uüd damit der Jammer, der auf Einenstürzte, seine höchste Vollendung erreichenmöchte, so wird am Ende Hiob selbst körperlichgequält, und von der schmerzhaftesten Krank,heit, der damals meist unheilbaren Elephan-tiasis überfallen. Nun wirft sich der arme un-schuldig Gemarterte in einen Aschenhattfm, und

trauert