vor einem nomen proprium immer für die An-zeige des Urhebers an: so steht sehr oft ein al-ter Name vor einem neuen Lied. Aber solltenicht zuweilen durch das ^ ein neues Lied einemalten berühmten Dichter vielleicht aus uns un-bekannten Anläßen geweihet worden seyn?
§. 628.
Wie man die Psalmen lesen müsse.
Die Psalmen sind ein schönes großes Laby-rinth von Liedern, in das man sich eben so we-nig ohne Vorsicht wagen darf, als man sichleicht darinn verirren kan, wenn man sich zugenau an die Spuren seiner Vorgänger hält.
1. In die Psalmen sind von ieher vielefremde Ideen getragen worden, weil sie aufalle Zeiten so leicht anwendtbar sind. Mangehe also lieber ohne GcleitSmann und Weg-weiser seinen Weg allein, und suche alles Er-bauliche und Unerbauliche zu vergessen, dasdarüber geschrieben worden. Man halte sichalso an Dichter und Lieder allein, und versetzesich in die Zeit der Entstehung eines jeden Lie-des, und werde mit der Lage, der Sele, demUmfang der Ideen eines jeden Dichters so ver-traut wie möglich.
2. Zu dem Ende suche man die Gegen-stände auf, die besungen werden. Vor man-chen Psalmen sind sie bemerkt; aber da neue
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